Wie Sie PV-Überschuss für die Wallbox nutzen: So kann die Solaranlage Ihr Auto laden
Wallbox und Photovoltaik – die perfekte Lösung für kostengünstiges Fahren. Doch wie viel Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage steht tatsächlich zum Laden zur Verfügung? Bei Buderus erfahren Sie, wie das PV-Überschussladen technisch funktioniert und welche Voraussetzungen Sie brauchen.
Mit Photovoltaik das Auto laden: Das ist PV-Überschussladen
Beim PV-Überschussladen nutzen Sie den Solarstrom Ihrer Photovoltaikanlage, der nach Abzug Ihres Haushaltsverbrauchs übrig bleibt, um Ihr Elektrofahrzeug an der Wallbox zu laden. Das ist weitaus sinnvoller, als den PV-Überschuss für eine geringe Einspeisevergütung ins öffentliche Netz einzuspeisen (für mittlerweile unter 8 Cent pro kWh). Jede Kilowattstunde Solarstrom, die Sie selbst verbrauchen können, ist eine echte Ersparnis gegenüber dem Bezug von Netzstrom (dessen Kosten mittlerweile bei durchschnittlich 30 bis 40 Cent pro kWh liegen).
Das Grundprinzip ist simpel: Ihre PV-Anlage produziert tagsüber Strom. Einen Teil davon verbrauchen Wärmepumpe, Waschmaschine, Computer und andere Haushaltsgeräte direkt. Vor allem an Sommertagen produziert die PV-Anlage jedoch so viel Strom, dass Sie ihn nicht vollständig verbrauchen können bzw. sogar der heimische Stromspeicher voll ist. Alles, was zu viel ist, fließt dann normalerweise ins öffentliche Stromnetz. Beim PV-Überschussladen wird das Mehr an Sonnenenergie stattdessen in die Batterie Ihres Elektroautos geleitet. Ein Energiemanagementsystem überwacht kontinuierlich, wie viel Strom Ihre PV-Anlage erzeugt und wie viel Ihr Haushalt gerade verbraucht. Sobald ein Überschuss an Photovoltaik entsteht, startet die Wallbox das Laden des Autos. Sinkt der Überschuss wieder, passt sie die Leistung nach unten an oder pausiert den Ladevorgang (in unserem Grundlagen-Ratgeber können Sie nachlesen, wie eine Wallbox funktioniert ).
Warum es sich lohnt, die Wallbox mit Photovoltaik zu koppeln
Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie erhöhen Ihre Eigenverbrauchsquote, senken Ihre Stromkosten deutlich und verbessern die Klimabilanz Ihrer Elektromobilität. Während der durchschnittliche CO₂-Emissionsfaktor des deutschen Strommixes 2024 bei etwa 380 Gramm pro Kilowattstunde lag, verursacht selbst erzeugter Solarstrom praktisch keine direkten Emissionen beim Betrieb. Zudem entfallen Transportverluste, weil der Strom direkt vor Ort verwendet wird. Dank der Nutzung von PV-Strom kann sich die Installation einer Wallbox bereits nach zwei bis drei Jahren amortisieren.
Gut zu wissen: Sie können Ihre private Wallbox öffentlich anbieten , um damit zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Dank des für Sie günstigen PV-Stroms sind dabei besonders lukrative Margen möglich.
Wie hoch ist die Ersparnis gegenüber Netzstrom?
Die Ersparnis hängt von Ihrem Strompreis und der aktuellen Einspeisevergütung ab. Nehmen wir ein realistisches Beispiel:
- Netzstrompreis: 35 Cent/kWh
- Einspeisevergütung: (rund) 8 Cent/kWh
- Selbstkosten Solarstrom: ca. 10 bis 12 Cent/kWh (über die Lebensdauer der Anlage gerechnet)
Wenn Sie eine Kilowattstunde Solarstrom ins Netz einspeisen, erhalten Sie 8 Cent. Nutzen Sie die gleiche Kilowattstunde zum Laden Ihres E-Autos, sparen Sie sich den Kauf von Netzstrom für 35 Cent. Ihre tatsächliche Ersparnis liegt also bei 35 Cent minus die Selbstkosten von etwa 10 bis 12 Cent – das sind 23 bis 25 Cent pro Kilowattstunde.
Bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern und einem Verbrauch von 18 kWh/100 km benötigen Sie 2.700 kWh Strom. Mit Netzstrom würde das 945 € kosten. Mit PV-Überschuss zahlen Sie nur die Selbstkosten von etwa 270 bis 324 € – eine Ersparnis von rund 620 bis 675 € pro Jahr. Wenn Sie 70 Prozent Ihres Ladebedarfs mit Solarstrom decken können, sparen Sie 430 bis 470 € jährlich.
Hinzu kommt: Sie machen sich unabhängiger von steigenden Strompreisen. Während die Netzstromkosten in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, bleiben Ihre Selbstkosten für Solarstrom über die gesamte Lebensdauer der Anlage konstant.
Die drei Varianten, eine Wallbox mit PV-Überschuss zu betreiben
Um Ihr Auto über die Solaranlage zu laden, stehen Ihnen drei Varianten zur Verfügung: Manuelles Überschussladen erfordert, dass Sie den Ladevorgang selbst starten, wenn ausreichend Überschuss vorhanden ist. Vordefiniertes Überschussladen funktioniert automatisch zu festgelegten Zeiten, kann aber bei wechselndem Wetter ungewollt Netzstrom ziehen. Dynamisches Überschussladen mit einer intelligenten Wallbox passt die Ladeleistung vollautomatisch an den verfügbaren Überschuss an.
1. Manuelles Überschussladen
Die schlichteste Variante erfordert Ihr aktives Zutun: Sie beobachten über die App Ihres Wechselrichters oder ein Display, wie viel Überschuss Ihre PV-Anlage gerade produziert. Sobald genügend Strom verfügbar ist, starten Sie den Ladevorgang an der Wallbox manuell – entweder direkt am Gerät oder per App. Diese Methode funktioniert mit nahezu jeder Wallbox und erfordert keine zusätzliche Technik. Der Nachteil: Sie müssen selbst im Blick behalten, wann ausreichend Überschuss vorhanden ist, und den Ladevorgang entsprechend steuern. Das ist unpraktisch, wenn Sie tagsüber nicht zu Hause sind oder schlicht keine Zeit haben, ständig die Stromproduktion zu überwachen.
2. Vordefiniertes oder zeitgesteuertes Überschussladen
Bei dieser Variante legen Sie Zeitfenster fest, in denen die Wallbox automatisch lädt – typischerweise die sonnigen Mittagsstunden, in denen erfahrungsgemäß der meiste PV-Überschuss anfällt. Die Wallbox startet zu den vordefinierten Zeiten, ohne dass Sie eingreifen müssen. Das ist komfortabler als manuelles Laden, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Die Wallbox weiß nicht, wie viel Überschuss tatsächlich gerade verfügbar ist. An bewölkten Tagen kann es passieren, dass Sie ungewollt Netzstrom beziehen, weil die PV-Anlage weniger produziert als erwartet. Umgekehrt verschenken Sie an besonders sonnigen Tagen möglicherweise Potenzial, weil die Ladezeit zu kurz angesetzt war.
3. Dynamisches Überschussladen
Das dynamische Überschussladen ist die intelligenteste und effizienteste Lösung. Hier kommunizieren PV-Anlage, Energiemanagementsystem und Wallbox kontinuierlich miteinander. Die Wallbox passt ihre Ladeleistung in Echtzeit an den verfügbaren Überschuss an. Steht viel Solarstrom zur Verfügung, lädt sie mit hoher Leistung. Ziehen Wolken auf oder schalten Sie im Haus einen Großverbraucher ein, reduziert sie die Ladeleistung automatisch. Sinkt der Überschuss unter einen festgelegten Mindestwert, pausiert der Ladevorgang, bis wieder genügend Solarstrom verfügbar ist.
Diese Variante nutzt jeden verfügbaren Überschuss optimal aus und minimiert den Netzbezug. Sie benötigen dafür eine intelligente Wallbox mit variabler Ladeleistung. Besonders vorteilhaft ist eine Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung wie die Buderus Logavolt WLS11i P+ . Sie können bei geringem Überschuss einphasig ab etwa 1,4 kW laden und bei höherem Überschuss auf dreiphasiges Laden mit bis zu 11 kW oder mehr umschalten. Insgesamt ist das die wirksamste Methode, Ihre anfänglichen Wallbox-Kosten rasch zu amortisieren.
Zusammengefasst: Die drei Varianten des Überschussladens
| Kriterium | Manuelles Überschussladen | Vordefiniertes Überschussladen | Dynamisches Überschussladen |
|---|---|---|---|
| Komfort | gering, erfordert ständige Beobachtung | mittel, läuft automatisch zu festen Zeiten | hoch, vollautomatisch und angepasst |
| Effizienz | abhängig von Ihrer Aufmerksamkeit | mittel, kann Überschuss verpassen oder Netzstrom ziehen | sehr hoch – nutzt jeden Überschuss optimal |
| Technische Anforderungen | jede Wallbox eignet sich | Wallbox mit Zeitsteuerung | intelligente Wallbox mit Energiemanagement und variabler Ladeleistung |
| Kosten | niedrig, keine Zusatztechnik nötig | niedrig bis mittel | höher, intelligente Wallbox erforderlich |
| Flexibilität | hoch, Sie entscheiden selbst | gering, feste Zeitfenster | sehr hoch, passt sich automatisch an |
E-Auto mit Photovoltaik laden: Welche technischen Voraussetzungen brauchen Sie?
Für das Laden mit Photovoltaik benötigen Sie eine intelligente Wallbox mit variabler Ladeleistung ab 1,4 kW und idealerweise automatischer Phasenumschaltung, eine PV-Anlage mit genügend Kilowatt-Peak (kWp) Leistung, ein Energiemanagementsystem, das den Überschuss berechnet und die Wallbox steuert, sowie Kommunikationsschnittstellen zwischen allen Komponenten. Ein Stromspeicher ist keine zwingende Voraussetzung, erhöht aber die Flexibilität erheblich, da Sie dann auch abends und nachts mit gespeichertem Solarstrom laden können.
Wallbox für Photovoltaik
Es gibt diverse Wallbox-Typen . Welche Wallbox für Photovoltaik geeignet ist – oder besser, inwieweit eine Wallbox intelligent und flexibel mit einer Solaranlage zusammenarbeiten kann –, darüber entscheiden drei Faktoren:
- Variable Ladeleistung: Die Wallbox muss ihre Ladeleistung dynamisch anpassen können. Modelle, die nur mit festen 7,4 kW oder 11 kW laden, sind ungeeignet, weil sie mehr Strom benötigen, als an vielen Tagen als Überschuss zur Verfügung steht. Ideal sind Wallboxen, die stufenlos oder in kleinen Schritten zwischen 1,4 kW und 11 kW regeln können.
- Phasenumschaltung: Besonders effizient sind Wallboxen mit automatischer Umschaltung zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden. Dreiphasiges Laden benötigt mindestens 4,2 kW Leistung (3 x 230 V x 6 A). Einphasiges Laden funktioniert bereits ab 1,4 kW (1 x 230 V x 6 A). An Tagen mit geringem Überschuss oder in den Randstunden kann die Wallbox so einphasig laden und auch kleine Überschüsse nutzen. Steht mehr Leistung zur Verfügung, schaltet sie auf dreiphasiges Laden um und lädt schneller.
- Kommunikationsschnittstellen: Die Wallbox muss mit dem Energiemanagementsystem kommunizieren können – über WLAN, LAN, Modbus oder andere Protokolle. Nur so erhält sie die Information, wie viel Überschuss gerade verfügbar ist, und kann die Ladeleistung entsprechend anpassen.
PV-Anlage in ausreichender Größe
Ihre Photovoltaikanlage muss groß genug sein, um neben dem Haushaltsstromverbrauch auch noch einen nennenswerten Überschuss zu produzieren. Als Faustregel gilt:
Pro 10.000 Kilometer Fahrleistung im Jahr benötigen Sie etwa 2 kWp PV-Leistung zusätzlich zum Haushaltsverbrauch.
Ein Elektrofahrzeug verbraucht im Durchschnitt etwa 15 bis 20 kWh auf 100 Kilometer. Bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung entspricht das einem Strombedarf von rund 2.250 bis 3.000 kWh pro Jahr. Ein typisches Einfamilienhaus verbraucht selbst etwa 3.000 bis 5.000 kWh Strom pro Jahr. Um sowohl den Haushalt als auch das E-Auto mit Solarstrom zu versorgen, sollte Ihre PV-Anlage also mindestens 8 bis 10 kWp Leistung haben – besser mehr, denn nicht der gesamte produzierte Strom steht als Überschuss zur Verfügung. In der Praxis werden heute bei Neuinstallationen im Einfamilienhaus häufig Anlagen mit 10 bis 15 kWp installiert, was für PV-Überschussladen eine gute Ausgangsbasis darstellt.
Integriertes oder separates Energiemanagementsystem
Das Herzstück des PV-Überschussladens ist das Energiemanagementsystem (EMS). Es überwacht kontinuierlich die Stromproduktion der PV-Anlage und den Verbrauch im Haushalt, berechnet den verfügbaren Überschuss und steuert die Wallbox entsprechend. Dabei gibt es zwei grundsätzliche Varianten:
- Integrierte Systeme: Bei vielen modernen Wechselrichtern oder intelligenten Wallboxen ist das Energiemanagementsystem bereits integriert. Diese Systeme sind in der Regel auf die Steuerung der eigenen Komponente fokussiert: Der Wechselrichter steuert primär den Stromspeicher und die Einspeisung, die Wallbox regelt das Laden des E-Autos. Für reines PV-Überschussladen an der Wallbox reicht ein solches integriertes System völlig aus.
- Home-Energy-Management-Systeme (HEMS): Wenn Sie nicht nur Ihre Wallbox mit Photovoltaik koppeln, sondern auch andere Großverbraucher wie eine Wärmepumpe oder eine Klimaanlage intelligent steuern möchten, ist ein separates, übergeordnetes Energiemanagementsystem wie der Buderus MyEnergyMaster die bessere Wahl. Diese Systeme koordinieren alle Komponenten gemeinsam und können Prioritäten setzen: An einem sonnigen Tag heizt die Wärmepumpe beispielsweise vormittags den Warmwasserspeicher mit PV-Überschuss auf, während die Wallbox mittags das E-Auto lädt. Abends, wenn kein Überschuss mehr vorhanden ist, schaltet das System auf günstige Netzstromtarife um.
Das EMS misst den Stromfluss am Netzübergabepunkt – also dort, wo Ihr Hausanschluss auf das öffentliche Netz trifft. Fließt Strom vom Haus ins Netz, liegt ein Überschuss vor. Fließt Strom aus dem Netz ins Haus, wird gerade mehr verbraucht als produziert. Auf Basis dieser Messung steuert das EMS die Wallbox und – bei separaten Systemen – auch andere Verbraucher, sodass der Haushalt immer möglichst wenig Netzstrom bezieht.
Optionaler Stromspeicher
Ein Stromspeicher ist keine zwingende Voraussetzung, erhöht aber die Flexibilität erheblich. Ohne Speicher können Sie Ihr Auto nur dann mit Photovoltaik laden, wenn es gerade an der Wallbox parkt, die Sonne scheint und ein Überschuss vorhanden ist (typischerweise zwischen 10 und 16 Uhr an sonnigen Tagen). Wer tagsüber arbeitet und das Auto erst abends anschließt, hat ohne Speicher nur begrenzte Lademöglichkeiten bzw. muss mehr Netzstrom beziehen.
Einen Stromspeicher laden Sie tagsüber mit Photovoltaik auf und nutzen diesen Strom abends oder nachts zum Laden des E-Autos. Das erhöht die Eigenverbrauchsquote deutlich und macht Sie unabhängiger von den Tageszeiten. Allerdings sind Stromspeicher mit Anschaffungskosten von 5.000 bis 15.000 € (je nach Kapazität) eine erhebliche Investition.
Wie sehr sich ein Speicher lohnt, hängt von Ihrem Nutzungsverhalten ab: Können Sie Ihr Auto regelmäßig tagsüber laden, reicht oft auch PV-Überschussladen ohne Speicher. Sind Sie tagsüber unterwegs und laden hauptsächlich abends, ist ein Speicher sinnvoll.
Mit wie viel PV-Überschuss können Sie bei einer Solaranlage mit Wallbox realistisch rechnen?
Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem von der Größe Ihrer PV-Anlage, Ihrem Haushaltsverbrauch, Ihrem Standort in Deutschland und davon, ob Sie einen Stromspeicher besitzen.
Szenario 1: Einfamilienhaus in Norddeutschland
In Norddeutschland können Sie mit einem spezifischen Ertrag von etwa 850 bis 1.000 kWh pro kWp installierter Leistung rechnen. Eine 10-kWp-Anlage produziert hier also zwischen 8.500 und 10.000 kWh Strom pro Jahr. Nehmen wir ein realistisches Beispiel:
Ausgangssituation:
- PV-Anlage: 10 kWp
- Jahresertrag: ca. 9.000 kWh
- Haushaltsverbrauch: 4.000 kWh pro Jahr
- Eigenverbrauchsquote des Haushalts ohne E-Auto und ohne Speicher: ca. 25 bis 30 Prozent
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Von den 9.000 kWh Jahresertrag verbraucht Ihr Haushalt etwa 2.250 bis 2.700 kWh direkt, wenn der Strom gerade produziert wird (bei 25 bis 30 Prozent Eigenverbrauchsquote). Die restlichen 6.300 bis 6.750 kWh würden normalerweise ins Netz eingespeist. Genau hier setzt das PV-Überschussladen an.
Allerdings steht nicht der gesamte Überschuss für die Wallbox zur Verfügung. Der Grund: Ihr Haushalt verbraucht auch dann Strom, wenn die Sonne scheint – Kühlschrank, Gefriertruhe und Stand-by-Geräte laufen kontinuierlich. An einem sonnigen Sommertag produziert Ihre Anlage zwischen 10 und 16 Uhr vielleicht 30 kWh, während der Haushalt in dieser Zeit 3 bis 5 kWh verbraucht. Der verfügbare Überschuss liegt dann bei 25 bis 27 kWh.
Wie viel Sie davon tatsächlich nutzen können, hängt stark davon ab, wie oft Ihr Fahrzeug tagsüber zu Hause steht:
- Bei eingeschränkter Verfügbarkeit (Fahrzeug steht nur an Wochenenden und gelegentlich tagsüber zu Hause): Sie können etwa 3.000 bis 3.500 kWh pro Jahr als Überschuss nutzen. Das entspricht einer Fahrleistung von etwa 15.000 bis 23.000 km.
- Bei hoher Verfügbarkeit (Homeoffice, Teilzeit oder Ruhestand – Fahrzeug steht häufig tagsüber zu Hause): Sie können etwa 4.000 bis 4.500 kWh pro Jahr nutzen. Das entspricht einer Fahrleistung von etwa 20.000 bis 30.000 km.
Kleinere Fahrzeuge mit 15 kWh/100 km kommen dabei weiter, größere SUVs mit 20 kWh/100 km entsprechend weniger weit.
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Mit einem passend dimensionierten Stromspeicher (für eine 10-kWp-Anlage eignen sich 8 bis 10 kWh Speicherkapazität) ändert sich die Situation grundlegend. Der tagsüber erzeugte, aber nicht direkt verbrauchte Strom wird zwischengespeichert und steht abends und nachts zur Verfügung – sowohl für den Haushalt als auch für die Wallbox.
Der Speicher erhöht zunächst den solaren Eigenverbrauch des Haushalts: Statt 2.250 bis 2.700 kWh deckt der Haushalt nun etwa 3.000 bis 3.200 kWh seines Bedarfs mit Solarstrom (ein Autarkiegrad von 75 bis 80 Prozent).
Entscheidend ist: Der Speicher ermöglicht es, auch den Überschuss zu nutzen, der ohne Speicher ungenutzt ins Netz fließen würde (wenn etwa Ihr Fahrzeug tagsüber nicht zu Hause war). Die nutzbaren Strommengen für das E-Auto steigen dadurch in beiden Szenarien:
- Bei eingeschränkter Verfügbarkeit des Fahrzeugs: Statt 3.000 bis 3.500 kWh können Sie nun etwa 3.500 bis 4.000 kWh pro Jahr nutzen. Die Steigerung von 400 bis 500 kWh ergibt sich, weil Sie abends und nachts den gespeicherten Überschuss laden können.
- Bei hoher Verfügbarkeit des Fahrzeugs: Statt 4.000 bis 4.500 kWh können Sie nun etwa 4.300 bis 4.800 kWh pro Jahr nutzen. Die Steigerung fällt mit 300 bis 350 kWh etwas geringer aus, weil Sie bereits ohne Speicher einen Großteil des Überschusses direkt nutzen konnten.
Die erreichbare Fahrleistung liegt damit bei etwa 17.500 bis 32.000 km. Der größte Vorteil des Speichers zeigt sich also bei Nutzern, deren Fahrzeug tagsüber häufig unterwegs ist: Hier bringt der Speicher den größten Zugewinn an nutzbarem Solarstrom.
Szenario 2: Einfamilienhaus in Süddeutschland
In Süddeutschland sind die solaren Bedingungen günstiger. Hier liegt der spezifische Ertrag bei 1.000 bis 1.150 kWh pro kWp. Eine 10-kWp-Anlage produziert also 10.000 bis 11.500 kWh pro Jahr – rund 15 bis 20 Prozent mehr als im Norden.
Ausgangssituation:
- PV-Anlage: 10 kWp
- Jahresertrag: ca. 10.500 kWh
- Haushaltsverbrauch: 4.000 kWh pro Jahr
- Eigenverbrauchsquote des Haushalts ohne E-Auto und ohne Speicher: ca. 25 bis 30 Prozent
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Von den 10.500 kWh verbraucht Ihr Haushalt etwa 2.625 bis 3.150 kWh direkt. Die restlichen 7.350 bis 7.875 kWh stehen theoretisch als Überschuss zur Verfügung. Auch hier gilt: Nicht alles davon lässt sich für die Wallbox nutzen, weil der Haushalt auch während der Sonnenstunden Strom verbraucht und das Fahrzeug nicht immer verfügbar ist.
- Bei eingeschränkter Verfügbarkeit des Fahrzeugs: Sie können etwa 3.500 bis 4.000 kWh pro Jahr als Überschuss nutzen. Das entspricht einer Fahrleistung von etwa 17.500 bis 27.000 km.
- Bei hoher Verfügbarkeit des Fahrzeugs: Sie können etwa 4.700 bis 5.250 kWh pro Jahr nutzen. Das entspricht einer Fahrleistung von etwa 23.500 bis 35.000 km.
Der Unterschied zu Norddeutschland liegt bei etwa 15 bis 20 Prozent mehr nutzbarem Überschuss – entsprechend dem höheren Jahresertrag.
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Auch in Süddeutschland maximiert ein Speicher die Flexibilität. Mit einem 8- bis 10-kWh-Speicher deckt der Haushalt etwa 3.200 bis 3.400 kWh seines Bedarfs solar (ein Autarkiegrad von 80 bis 85 Prozent). Die verbleibende Überschussmenge für das E-Auto steigt in beiden Szenarien:
- Bei eingeschränkter Verfügbarkeit des Fahrzeugs: Statt 3.500 bis 4.000 kWh können Sie nun etwa 4.100 bis 4.600 kWh pro Jahr nutzen – eine Steigerung von etwa 500 bis 600 kWh.
- Bei hoher Verfügbarkeit des Fahrzeugs: Statt 4.700 bis 5.250 kWh können Sie nun etwa 5.000 bis 5.600 kWh pro Jahr nutzen – eine Steigerung von etwa 300 bis 400 kWh.
Die erreichbare Fahrleistung liegt damit bei etwa 20.500 bis 37.000 km. Dank der höheren Sonneneinstrahlung im Süden und der optimalen Nutzung durch den Speicher lässt sich ein durchschnittliches E-Auto mit dieser Kombination zu einem sehr großen Teil mit eigenem Solarstrom betreiben.
Bereit für Ihre Wallbox? Finden Sie jetzt einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe.
Realistische Erwartungen: Wann reicht der Überschuss der Solaranlage zum Laden des Autos?
Die Globalstrahlung – also die gesamte auf eine Fläche treffende Sonnenstrahlung – verteilt sich in Deutschland sehr ungleichmäßig über das Jahr. Für die Monate April bis September liegt die mittlere Globalstrahlung bei etwa 845 bis 900 kWh/m², für die Wintermonate Oktober bis März nur bei etwa 237 bis 250 kWh/m². Das ergibt ein Verhältnis von ungefähr 3,5:1 zwischen Sommer und Winter.
Dementsprechend ungleichmäßig ist die Verteilung des PV-Überschusses für Wallbox und Haushalt über das Jahr. In den Sommermonaten April bis September fallen etwa 75 bis 80 Prozent des gesamten Jahresertrags an. An einem sonnigen Junitag kann eine 10-kWp-Anlage 50 bis 60 kWh produzieren – genug, um ein E-Auto mit 50-kWh-Batterie fast vollständig zu laden. An einem trüben Novembertag produziert die Anlage vielleicht nur 5 bis 8 kWh über den ganzen Tag verteilt. Dem steht ein Haushaltsverbrauch von etwa 11 kWh am Tag gegenüber. Während der kurzen Sonnenstunden zwischen 10 und 15 Uhr verbraucht der Haushalt bereits 2 bis 3 kWh. Der verbleibende Überschuss für die Wallbox liegt dann bei nur 2 bis 5 kWh – gerade genug für 10 bis 30 Kilometer Reichweite. Den Rest des Tagesbedarfs müssen Sie aus dem Netz beziehen.
Zwischen Mai und August steht an den meisten Tagen ausreichend Überschuss zur Verfügung, um Ihr Fahrzeug vollständig mit Solarstrom zu laden – vorausgesetzt, Sie können es tagsüber anschließen. In den Übergangsmonaten März, April, September und Oktober funktioniert PV-Überschussladen an sonnigen Tagen noch gut, an bewölkten Tagen wird es knapp. In den Wintermonaten November bis Februar ist PV-Überschussladen nur eingeschränkt möglich.
Kurz gesagt: Wer sein E-Auto hauptsächlich mit Photovoltaik laden möchte, braucht entweder einen großzügig dimensionierten Stromspeicher oder muss flexibel sein, was die Ladezeiten angeht.
Strategien für die Wintermonate
Wer auch im Winter möglichst viel selbst erzeugten Strom nutzen möchte, sollte folgende Strategien kombinieren:
- Nutzen Sie jeden Sonnenstrahl: Schließen Sie Ihr Fahrzeug an sonnigen Wintertagen bereits vormittags an, damit die Wallbox auch kleine Überschüsse nutzen kann. Eine Wallbox mit Phasenumschaltung, die bereits ab 1,4 kW einphasig laden kann, ist hier besonders wertvoll.
- Kombinieren Sie mit günstigem Nachtstrom: Viele Energieversorger bieten spezielle Tarife für Elektroautos mit günstigeren Preisen in den Nachtstunden. Laden Sie im Winter tagsüber mit PV-Überschuss, soweit vorhanden, und ergänzen Sie nachts mit günstigem Netzstrom. So halten Sie die Kosten niedrig, auch wenn der Solarstrom nicht ausreicht.
- Priorisieren Sie den Haushalt: Im Winter ist es oft sinnvoller, den knappen PV-Überschuss für den Haushalt zu nutzen, statt ihn in die Autobatterie zu leiten. Jede Kilowattstunde, die Sie im Haus verbrauchen, spart Ihnen 30 bis 40 Cent. Die gleiche Kilowattstunde im Auto spart Ihnen nur die Differenz zwischen Haushaltsstrom und Nachtstrom – oft nur 10 bis 15 Cent.
- Planen Sie voraus: Wenn Sie wissen, dass mehrere sonnige Tage bevorstehen, können Sie die Batterie Ihres E-Autos gezielt schonen und auf den Solarstrom warten. In trüben Wochen laden Sie besser nachts mit günstigem Netzstrom, statt tagelang auf ausreichend Überschuss zu warten.
Eine realistische Erwartung sieht so aus: Im Sommerhalbjahr können Sie Ihr E-Auto zu 70 bis 90 Prozent über die Solaranlageladen. Im Winterhalbjahr sinkt dieser Anteil auf 10 bis 30 Prozent. Über das gesamte Jahr betrachtet liegt der Solarstromanteil beim Laden je nach Anlagengröße, Fahrleistung und Nutzungsverhalten bei etwa 40 bis 70 Prozent.
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Die Buderus Logavolt WLS11i P+ ist speziell für intelligentes PV-Überschussladen konzipiert und bietet alle technischen Voraussetzungen, um Ihren Solarstrom optimal zu nutzen:
- Automatische Phasenumschaltung für maximale Flexibilität: Die Logavolt WLS11i P+ schaltet automatisch zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden um. Bei geringem PV-Überschuss lädt sie bereits ab 1,4 kW einphasig und nutzt so auch kleine Überschüsse effizient. Steht mehr Leistung zur Verfügung, wechselt sie auf dreiphasiges Laden mit bis zu 11 kW – für schnelles Laden an sonnigen Tagen.
- Nahtlose Integration ins Energiemanagement: Über die MyBuderus App steuern Sie die Wallbox bequem von überall aus. In Kombination mit dem Buderus MyEnergyMaster wird Ihr gesamtes Energiesystem intelligent vernetzt: Wärmepumpe, Photovoltaikanlage, Stromspeicher und Wallbox arbeiten perfekt zusammen. Das System erkennt automatisch, wann PV-Überschuss verfügbar ist, und steuert die Wallbox entsprechend.
- Intelligentes Laden rund um die Uhr: Die Logavolt WLS11i P+ lädt Ihr E-Auto bevorzugt mit Solarstrom, wechselt aber bei Bedarf automatisch auf günstige Netzstromtarife, etwa nachts oder an trüben Wintertagen. Sie legen in der App fest, welche Prioritäten gelten sollen, und die Wallbox erledigt den Rest.
- Sicherheit und Komfort: Mit integrierter DC-Fehlerstromerkennung, 7,5 Meter langem Ladekabel, Schutzklasse IP54 und umfassenden Zugangskontrollmöglichkeiten bietet die Logavolt WLS11i P+ höchste Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit.
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Häufig gestellte Fragen zu Wallbox und PV-Überschuss
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Ja, PV-Überschussladen lohnt sich auch ohne Stromspeicher – vorausgesetzt, Sie können Ihr Fahrzeug regelmäßig tagsüber laden. Wer im Homeoffice arbeitet, in Teilzeit tätig ist oder das Auto tagsüber zu Hause stehen hat, kann auch ohne Speicher einen großen Teil des Ladebedarfs mit Solarstrom decken. Besonders in den Sommermonaten steht zwischen 10 und 16 Uhr oft reichlich Überschuss zur Verfügung. Ohne Speicher sparen Sie die Anschaffungskosten von 5.000 bis 15.000 € und vermeiden die Umwandlungsverluste von 10 bis 15 Prozent, die beim Laden und Entladen eines Speichers entstehen. Der Nachteil: Sie sind zeitlich weniger flexibel und können abends oder nachts nicht auf gespeicherten Solarstrom zurückgreifen. Eine gute Lösung ist die Kombination aus PV-Überschussladen tagsüber und günstigem Nachtstromtarif für die Abend- und Nachtstunden.
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Für sinnvolles PV-Überschussladen sollte Ihre Anlage mindestens 8 bis 10 kWp Leistung haben. Kleinere Anlagen produzieren zwar auch Überschuss, dieser reicht aber oft nur für geringe Ladegeschwindigkeiten oder kurze Zeitfenster. Als Faustregel gilt: Pro 10.000 Kilometer Jahresfahrleistung benötigen Sie etwa 2 kWp zusätzliche PV-Leistung (zusätzlich zu dem, was Ihr Haushalt verbraucht). Verbraucht Ihr Haushalt also 4.000 kWh pro Jahr, was einer PV-Anlage von etwa 4 bis 5 kWp entspricht (bei 30 bis 35 Prozent Eigenverbrauch), dann kämen für 15.000 Kilometer Fahrleistung weitere 3 kWp hinzu. Insgesamt müssten Sie also mindestens 7 bis 8 kWp installieren – besser 10 bis 12 kWp, um auch an weniger sonnigen Tagen ausreichend Überschuss zu haben.
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Bei dynamischem Überschussladen passt die Wallbox ihre Ladeleistung kontinuierlich an den verfügbaren Überschuss an. Ziehen beispielsweise Wolken auf oder schalten Sie im Haus einen Großverbraucher wie den Backofen ein, reduziert die Wallbox automatisch die Ladeleistung. Sinkt der Überschuss unter einen festgelegten Mindestwert (typischerweise 1,4 kW bei einphasigem Laden), pausiert der Ladevorgang. Sobald wieder ausreichend Überschuss zur Verfügung steht, setzt die Wallbox den Ladevorgang automatisch fort. Ihr Fahrzeug bemerkt davon in der Regel nichts – moderne E-Autos sind auf solche Unterbrechungen ausgelegt. Die bereits geladene Energie bleibt selbstverständlich in der Batterie gespeichert. Sie können in den Einstellungen der Wallbox oder des Energiemanagementsystems auch festlegen, ob bei zu geringem Überschuss automatisch auf Netzstrom umgeschaltet werden soll oder ob der Ladevorgang pausieren soll, bis wieder genügend Solarstrom verfügbar ist. So behalten Sie die volle Kontrolle über Ihre Energiequellen.
Zuletzt geändert am: 12.06.2026