Ratgeber Gasheizungen

Hat die Gasheizung eine Zukunft?

Fast die Hälfte der deutschen Haushalte heizt mit Gas. Staatliche Subventionen haben den Einbau von Gasheizungen 2021 sogar noch in die Höhe schnellen lassen. Doch die Lage an den Energiemärkten ist angespannt. Nicht erst durch den Krieg in der Ukraine stieg der Preis für den fossilen Brennstoff rasant an. Die Menschen sehen sich mit explodierenden Gaspreisen konfrontiert. Hat die Gasheizung da noch Zukunft? Welche Alternativen gibt es?

Vor- und Nachteile von Gasheizungen

Dass Gasheizungen die am weitesten verbreitete Heizungsart sind, liegt auch daran, dass das Heizen mit Gas viele Vorteile für Verbraucherinnen und Verbraucher mit sich bringt. Dennoch ist der Betrieb einer Heizung mit Erdgas mit Nachteilen verbunden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen Pro und Contra von Gasheizungen auf.

Vorteile der Gasheizung Nachteile der Gasheizung
  • günstige Anschaffungskosten
  • zuverlässige und ausgereifte Technik
  • hohe Effizienz und Wirkungsgrade
  • zentrale Versorgung
  • geringer Platzbedarf und Installationsaufwand
  • Heizen und Warmwasser in einem
  • Kombinationsmöglichkeit mit anderen Energielieferanten
     
  • Verlegen eines Gasanschluss notwendig
  • ungewisse Gaspreisentwicklung
  • Abhängigkeit von Lieferungen aus anderen Staaten
  • Betrieb mit fossilem Brennstoff

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Die Gaspreise in der Zukunft

Betrachtet man die Gaspreisentwicklung der letzten zehn Jahre, zeigt sich ein stabiler Gaspreis bis Mitte des Jahres 2021 von etwa 6 Cent pro kWh. Seit Herbst 2021, aber vor allem im Jahr 2022 sind die Gaspreise auf über 37 Cent pro kWh gestiegen (die Tarife bei Neukundenverträgen sind hierbei unter Umständen deutlich teurer als bei Bestandskunden). Es ist nicht davon auszugehen, dass der Gaspreis in Zukunft wieder auf das Niveau vor 2021 sinken wird.

So setzt sich der Gaspreis zusammen

Der Gaspreis besteht nicht nur aus dem Verbrauchspreis. Er setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

  • Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb (etwa 60 %)
  • Netznutzungsentgelte (11 bis 20 %)
  • Steuern und Umlagen (etwa 20 bis 30 %)

Die Politik diskutierte zuletzt unterschiedliche Maßnahmen wie Gasdeckel und Gasumlage. Bisher ist jedoch noch nichts beschlossen.

Die Versorgungslage und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage beeinflussen den größten Teil der Kosten – und entscheiden somit auch darüber, ob sich eine Gasheizung in Zukunft wirtschaftlich betreiben lässt oder ob sie überhaupt als Heizungsart infrage kommt.

Ist Flüssiggas in Zukunft die Alternative?

Seit 2022 setzt die Politik auf den Ausbau des Flüssiggasnetzes. Flüssiggas ist ein Nebenprodukt von Erdgas, das unter Druck komprimiert und verflüssigt wird. So können große Mengen unabhängig von einem Verteilernetz wie einer Pipeline transportiert werden. Der Bau von neuen Flüssiggasterminals wird nun vorangetrieben, um den Energieträger auch in Deutschland verfügbarer zu machen. So soll der Bezug von Gas diversifiziert werden und die Gaspreisentwicklung in Zukunft stabiler sein. Dennoch ist Flüssiggas in Zukunft nicht die Antwort auf die Energiefrage. Die EU hat sich verpflichtet, ab 2040 auf fossile Energieträger zu verzichten. Ab dann soll die Flüssiggas-Infrastruktur etwa für grünen Wasserstoff verwendet werden können.

Es ist damit zu rechnen, dass bei Gas auch in Zukunft hohe Preisniveaus bestehen. Daher suchen viele Menschen derzeit nach Möglichkeiten, Gas einzusparen, und nach alternativen Energiequellen.

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Gas sparen: Tipps, um in Zukunft weniger Gas zu verbrauchen

Haushalte mit Gasanschluss kommen nicht drumherum, Gas zu verbrauchen. Dennoch bieten sich Potenziale, den Gasverbrauch zu reduzieren und somit Geld zu sparen.

Gas sparen durch Heizungsoptimierung

Vor allem beim Heizen entstehen die größten Gasaufwände. Hier können Sie mit ein paar kleinen Kniffen Sparpotenziale aktivieren.

  1. Nicht jedes Zimmer Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses muss gleich warm sein. Stellen Sie Ihr Heizungsthermostat so ein, dass Sie keine Wärme verschwenden. Orientieren Sie sich dabei an folgenden Werten:
  • Wohnzimmer: 20 bis 22 °C 
  • Schlafzimmer, Küche und Flur: 15 bis 18 °C, 
  • Badezimmer: 22 bis 24 °C

Tipp: Schalten Sie die Heizung nicht ständig ein und aus, sondern drehen Sie sie lediglich herunter, auch zum Lüften.

  1. Warten und entlüften Sie die Heizung regelmäßig. So steigert sich der Effizienzgrad. Während die Wartung der Heizung von einem Experten durchgeführt werden sollte, können Sie bei der Entlüftung selbst Hand anlegen.
  2. Räumen Sie die Heizkörper frei, um Wärmestaus zu vermeiden. Vor allem das Thermostat sollte frei von Gegenständen oder Staub sein, um sich optimal mit der Umgebungstemperatur abzugleichen.

Gas sparen in Küche und Bad

Oft ist die Gasheizung mit dem Warmwasser verbunden. So ergeben sich auch in der Küche und im Badezimmer Einsparpotenziale, um in Zukunft Gas zu sparen.

  1. Kochen Sie energieeffizienter, indem Sie Deckel für Töpfe und Pfannen nutzen und mit möglichst wenig Flüssigkeit kochen. Möchten Sie Wasser zum Kochen bringen, nutzen Sie den Wasserkocher.
  2. Händewaschen, Rasieren und Zähneputzen funktionieren auch mit kaltem Wasser.
  3. Duschen spart im Vergleich zum Baden eine Menge Warmwasser – und noch mehr, wenn Sie einen Sparduschkopf verwenden.

Gas sparen durch richtiges Lüften und Dämmung

Nicht nur durch das Senken des Wasserverbrauchs oder der Temperatur in den Räumen sparen Sie Gas. Auch und gerade die Dämmung Ihrer Wohnräume und das Lüften haben Auswirkungen auf den Verbrauch.

  1. Setzen Sie auf Stoßlüften statt auf gekippte Fenster, um einen Luftaustausch ohne Wärmeverlust zu erreichen. Beim Lüften können Sie den Heizkörper für einige Minuten abdrehen.
  2. Schließen Sie die Türen zwischen Räumen mit Temperaturunterschied.
  3. Dämmen Sie die Heizungsrohre im Haus.
  4. Isolieren Sie Fenster und Türen. Hierfür reichen häufig schon Dichtungsbänder und Zugluftstopper.

Viele kleine Maßnahmen führen im Haushalt dazu, dass Gas und Energie und somit Kosten gespart werden. Diese können Sie zumeist mit wenig Aufwand in Ihrem Alltag unterbringen und davon schnell profitieren.

Gasheizung in der Zukunft: Diese Alternativen gibt es

Erdöl und Erdgas werden in Zukunft als alleinstehende Energielieferanten nicht bestehen bleiben. Die Versorgung ist endlich und auch die Einflüsse auf die Umwelt sind negativ. Energie aus erneuerbaren Rohstoffen ist daher besonders im Fokus. Welche Alternativen und Lösungen für die Gasheizung gibt es also in der Zukunft? Wir zeigen mögliche Lösungsansätze sowohl für Neubauten als auch für den Heizungstausch.

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind effiziente Anlagen zum Gewinn von Heizwärme und Warmwasser. Sie setzen beim Betrieb nicht auf fossile Brennstoffe, sondern auf Wärme aus der Umwelt, etwa aus dem Boden, dem Grundwasser oder der Luft. Dieses Funktionsprinzip macht sie umweltfreundlich und günstig im Betrieb. Der ökologische Grad steigt beim Betrieb mit grünem Strom. Zudem können Sie Wärmepumpen mit Solar kombinieren.

Diese Wärmepumpen-Arten gibt es:

Vor-und Nachteile

Vorteile der Wärmepumpen  Nachteile der Wärmepumpe
  • ökologisch
  • sparsam im Betrieb
    effizient
  • wartungsarm
  • zuverlässig
  • flexibel 
  • hohe Erschließungskosten
  • nur mit Ökostrom CO2-neutral
  • Temperaturschwankungen beeinflussen Stromverbrauch

 

Erfahren Sie bei Buderus mehr über Wärmepumpen ! Zudem haben wir einmal für Sie Wärmepumpen mit Gasheizungen verglichen.

Gas-Hybridheizungen

Gas-Hybridheizungen schaffen die Möglichkeit, eine Erdgasheizung mit einer Wärmepumpe, einer Solarthermie oder einer Holzheizung zu kombinieren. Dabei wird normalerweise das System, welches die erneuerbare Energie nutzt, bevorzugt. Das Gasgerät schaltet sich erst ein, wenn mehr Energie benötigt wird. In Zukunft sollen diese Systeme auch mit grünem Gas betrieben werden können.

Vorteile der Gas-Hybridheizung  Nachteile der Gas-Hybridheizung 
  • wirtschaftlich
  • hohe Versorgungssicherheit
  • umweltfreundlich
  • geeignet zum Erfüllen der gesetzlichen Regelungen für Neubauten
  • höhere Investitionskosten
  • größerer Platzbedarf
  • weiterhin Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Informieren Sie sich bei uns über Gas-Hybridheizungen !

Pelletheizung

Pelletheizungen heizen mit Holzpellets, die automatisch in den Ofen fallen, und sorgen so für Heizwärme und Warmwasser. Diese Heizungsart setzt auf den nachwachsenden Rohstoff Holz. Pellets bestehen aus getrockneten Industrie-Sägespänen und Holzresten aus der Forstwirtschaft. Pelletheizungen werden als nachhaltig betrachtet, können aber aufgrund der nicht endlosen Verfügbarkeit des Rohstoffes Holz nicht flächendeckend eingesetzt werden.

Vorteile der Pelletheizungen  Nachteile der Pelletheizungen 
  • wirtschaftlich
  • hohe Versorgungssicherheit
  • umweltfreundlich
  • geeignet zum Erfüllen der gesetzlichen Regelungen für Neubauten
  • höhere Investitionskosten
  • größerer Platzbedarf
  • weiterhin Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bei Hybrid-Heizungen 
  • je nach Modell hohe Schallemission

Blockheizkraftwerke und Brennstoffzelle

Besondere Heizungsarten sind BHKW und Brennstoffzellen, die Wärme und Strom erzeugen. Beide Anlagen benötigen für den Betrieb fossile Brennstoffe, meist Erdgas. Brennstoffzellen laufen auch mit Biogas, was sie ökologisch macht. Blockheizkraftwerke können mit Holz als nachwachsendem Rohstoff betrieben werden. Sie sind allerdings sehr groß und daher nur als Mikro-BHKW für Einfamilienhäuser geeignet.

Zukunft der Gasheizung: Fazit und Ausblick

Nach wie vor spielt Erdgas für die Energieversorgung in Deutschland eine wichtige Rolle. Als mittelfristige Brückenenergie wird es noch einige Jahre gebraucht. In Zukunft wird die Gasheizung allerdings immer mehr mit Technologien für erneuerbare Energien gekoppelt werden, etwa Solarthermie oder Wärmepumpen. Langfristig kann die Energiespeicher- und Transport-Infrastruktur des Gasnetzes jedoch auch für aufbereitetes Biogas oder synthetische Gasalternativen eingesetzt werden. So wird das Heizen mit Gas in Zukunft nicht nur ökologischer, sondern auch unabhängiger vom Gasmarkt und den Importen aus anderen Staaten.

Fragen und Antworten rund um das Thema Gasheizung in der Zukunft

  • Kurz gesagt: ja. Auch das Gasheizungssystem hat das Potenzial, sich dem klimapolitischen Wandel anzupassen – ganz im Gegensatz zu Ölheizungen. In Zukunft wird Gas klimaneutral und bleibt so ein wichtiger und verlässlicher Teil der erneuerbaren Energien, der zum Erreichen der Klimaziele beiträgt.

  • Ab 2025 ist der Einbau von Gasheizungen oder Ölheizungen als alleiniges Heizgerät nicht mehr erlaubt. Dann soll jede neue Heizung mindestens 65 % erneuerbare Energien einkoppeln. Schon jetzt gibt es entsprechende Regelungen für Neubauten. Hier werden vor allem Elektro-Wärmepumpen verbaut, die mit Strom betrieben werden.

  • Die bekannteste Alternative zu herkömmlichem Gas ist Biomethan. Es besitzt dieselben Eigenschaften wie Erdgas, wird aber aus organischen Abfällen wie Schadholz, Klärschlamm, Mist aus der Landwirtschaft und Speiseresten gewonnen. Die Vorteile dieses Energieträgers liegen auf der Hand: Er kann in das vorhandene Gasnetz eingespeist werden und wird in der Regel regional von spezialisierten Landwirten und Recyclingbetrieben bezogen.

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