Ratgeber Heizungen

Die richtige Trittschalldämmung für die Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung verschwindet unsichtbar im Boden und heizt effizient und gleichmäßig. Allerdings beeinflussen der Bodenbelag sowie die Trittschalldämmung den Betrieb. Um Fußbodenheizung, Belag und Dämmung optimal zu kombinieren ist ein wenig Fachkenntnis nötig. Buderus klärt auf.

Wozu gibt es die Trittschalldämmung?

Es gibt mehrere Gründe für Trittschalldämmung:

  •  Die Trittschalldämmung dient dazu, die beim Auftreten entstehenden Geräusche abzudämpfen. Hierdurch verbessert sie die Raumatmosphäre, es ergeben sich ruhigere Zimmer.
  • Sie reduziert zudem die Geräuschentwicklung in angrenzende Räume, wodurch auch Nachbarn weniger belästigt werden – etwa in Mehrfamilienhäusern, in der angrenzenden Einheit einer Doppelhaushälfte usw.
  • Zudem trägt eine Trittschalldämmung zu einem angenehmeren Trittgefühl bei, denn der Boden erscheint weniger hart.
  • Darüber hinaus kann die Dämmung helfen, dem Untergrund mehr Stabilität zu verleihen, gerade bei schwimmend verlegten Böden wie Fertigparkett, Laminat und Vinyl.
  • Zugleich ermöglicht sie es, vergleichsweise kostengünstig kleinere Unebenheiten auszugleichen.
  • Je nach genutztem Material bietet eine Trittschalldämmung auch eine zusätzliche Isolation. Dies sorgt ebenfalls für eine behaglichere Fußwärme, insbesondere, wenn Sie gern barfuß in Ihren Räumlichkeiten umherlaufen.

Allerdings hat eine Dämmschicht nicht nur Vorteile. Gerade in Verbindung mit einer Fußbodenheizung kann eine Trittschalldämmung einige Probleme verursachen, denn sie hat – abhängig vom Baustoff – einen Einfluss auf die Wärmeleitung. Gegebenenfalls wird die Dämmung durch die Wärmeentwicklung beschädigt, wenn sie zu nah an den Heizleitern installiert wird. Hinsichtlich Energieeffizienz sowie Sicherheit gibt es also bei der Kombination von Fußbodenheizung, Trittschalldämmung und dem dazugehörigen Bodenbelag verschiedene Dinge zu beachten.

Unterschied zwischen Trittschall und Gehschall.

Neben dem Begriff Trittschall begegnet Ihnen in diesem Zusammenhang vielleicht auch häufiger der Ausdruck Gehschall. Hierbei handelt es sich jedoch um zwei verschiedene Dinge. Als Gehschall werden die Geräusche bezeichnet, die sich nur in dem Raum ausbreiten, in dem sie entstehen. Trittschall hingegen bezeichnet eine Geräuschentwicklung, die auch in angrenzende Räume neben oder unter dem Entstehungsort gelangt. Bei der Übertragung von Trittschall vom Boden auf die Wand und schließlich in benachbarte Räume ist von einer Schallbrücke die Rede – meist sind feste Verbindungen zwischen Bodenestrich und Wand durch falsche Fußleisten oder eine fehlende Dehnungsfuge dafür verantwortlich.

Wie funktioniert die Trittschalldämmung bei einer Fußbodenheizung?

Nutzen Sie eine Fußbodenheizung, muss die Trittschalldämmung im Boden anders geplant und realisiert werden als beim Heizen mit einem konventionellen Heizsystem oder einer anderen Flächenheizung, etwa in der Wand.

  • Generell sind im Fußboden mehr Schichten erforderlich, denn schon unter die Fußbodenheizung muss eine zusätzliche Wärmedämmschicht installiert werden.
  • Diese ist erforderlich, damit die Wärme nicht in den Untergrund oder zu den Seiten entweicht, sondern nach oben in den Raum abstrahlt und diesen erwärmt.
  • Auf dieser Schicht wird schließlich die Warmwasser- oder elektrische Fußbodenheizung installiert, die Trittschalldämmung kommt darüber.
  • Erst dann folgt der Fußbodenbelag, also Parkett, Fliesen, Laminat, Teppich, etc.

Anforderungen Trittschalldämmung.

Für gewöhnlich muss die Trittschalldämmung hinsichtlich Material und Dicke nur auf den Bodenbelag abgestimmt werden und den Schall, den das Gehen darauf verursacht, zuverlässig reduzieren. Als zusätzliche Schicht zwischen dem zu beheizenden Raum und einer Fußbodenheizung sollte sie jedoch noch weiteren Anforderungen gerecht werden.

So darf die Dämmung die Fußbodenheizung nicht zu stark abschirmen und so die Wärmemenge merklich verringern, die in den Raum gelangt. Dies bedingt entweder eine schlechtere Heizleistung oder aber Mehrkosten, wenn die Heizung etwa höhere Temperaturen liefern muss, um Haus oder Wohnung angemessen zu erwärmen. Auskunft darüber, wie viel thermische Energie die Trittschalldämmung absorbiert, gibt der so genannte Wärmedurchlasswiderstand.

Weiterhin sind auch bestimmte Sicherheitskriterien zu berücksichtigen. Bei der Nutzung einer Fußbodenheizung ist die Trittschalldämmung einem deutlich größeren Wärmeeinfluss ausgesetzt als beim Heizen mit gewöhnlichen Heizkörpern. So sind leicht brennbare Materialien, die für die Dämmung in Gebäuden mit konventionellen Heizsystemen bedenkenlos zum Einsatz kommen können, in Verbindung mit einer elektrischen Fußbodenheizung von der Verbauung von vornherein ausgeschlossen.

Warmwasser-Fußbodenheizungen sind unbedenklicher, dennoch sollten Sie auch hier keine Baustoffe für die Trittschalldämmung nutzen, die sich bei Erwärmung leicht verformen, denn dies verringert die Stabilität der oberen Bodenschichten. Auch sollten die Materialien keine Dämpfe entwickeln, wenn sie sich erhitzen.

Dennoch soll die Trittschalldämmung natürlich einen ausreichenden Schallschutz bieten. Dieser ist für Neubauten in der Norm DIN 4109 geregelt und definiert die Anforderungen an den Schutz vor unzumutbaren Lärmbelästigungen aufgrund von Schallübertragung aus anderen Räumen, haustechnischen Anlagen (etwa Rohrleitungen) sowie Außenlärm.

Fußbodenheizungen – alle Produkte im Überblick.

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Welche Trittschalldämmung ist bei Fußbodenheizungen geeignet?

Das Hauptaugenmerk bei der Wahl einer angemessenen Trittschalldämmung über einer Fußbodenheizung liegt auf dem Kompromiss aus Schallschutz und Wärmedurchlässigkeit. Um eine ausreichende Wärmeleitfähigkeit zu gewährleisten, sollten Dämmung und Fußbodenbelag zusammen nur einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,15 m2K/W aufweisen. Materialien mit einem zu hohen Widerstand sind also ungeeignet.

Bei Fußbodenbelag aus Naturstein oder Keramikfliesen ist die Trittschalldämmung weniger von Belang oder kann sogar vollständig weggelassen werden. Stein, Fliesen und Marmor isolieren selbst fast gar nicht und leiten Wärme hervorragend. Zudem mindert die feste Verbauung die Schallübertragung. Im Zweifelsfall orientieren Sie sich hier am besten an den Herstellerangaben bezüglich der Trittschalldämmung, in der Regel eignen sich jedoch fast alle gängigen Materialien und recht dünne Materialstärken.
 

Vergleich verschiedener Materialien

Material Schalldämmung/-reduzierung  Wärmedurchlasswiderstand
Polyethylenschaum/-Folie
Polystyrol
Wellpappe
Kork
Hanffilz
Holzfaser
16 – 20 dB / 1 – 30 %
20 dB / 15 %
12 dB / 1 %
17 dB / 3 %
bis 30 dB / nn
19 dB / 3 %
ca. 0,01 – 0,06 m2K/W
ca. 0,17 – 0,23 m2K/W
ca. 0,04 m2K/W
ca. 0,04 m2K/W
ca. 0,05 m2K/W
ca. 0,11 m2K/W

Welche Kosten sind bei der Dämmung zu erwarten?

Lassen Sie eine Trittschalldämmung über Ihrer Fußbodenheizung verlegen, richten sich die dafür anfallenden Kosten nach dem Material sowie nach der Größe des zu dämmenden Raums. Pro Quadratmeter können dabei etwa zwischen ein und fünf Euro für den Baustoff anfallen. Die Verlegearbeiten sind recht günstig und belaufen sich auf rund ein bis zwei Euro pro Quadratmeter. Diese Preisspanne kann selbstverständlich je nach Handwerksbetrieb variieren.

Möchten Sie einen Raum mit einer Fläche von 20 Quadratmetern mit einer Trittschalldämmung ausstatten, fallen abhängig vom gewählten Dämmstoff unterschiedliche Gesamtkosten an. Wir nehmen einmal an, Sie entscheiden sich für eine günstige Variante mit leichtem Schaumstoff oder Wellpappe – diese kosten nur etwa ein bis zwei Euro pro Quadratmeter. Zuzüglich der Verlegekosten zahlen Sie also nur etwa 40 bis 80 Euro zur Schalldämmung des gesamten Raums. Anders sieht es jedoch aus, wenn Sie Kork einsetzen, denn das Material ist mit ungefähr drei bis fünf Euro pro Quadratmeter um einiges teurer. Hier belaufen sich die Gesamtkosten auf 80 bis 120 Euro.

Materialkosten bei der Trittschalldämmung

Material Kosten pro Quadratmeter
Schaumstoffe/Kunststoffe
Wellpappe
Kork
Holzfaser
1 bis 10 Euro
1 bis 2 Euro
3 bis 5 Euro
2 bis 3 Euro

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Häufig gestellte Fragen zur Trittschalldämmung

  • Laminat wird besonders gern als Bodenbelag über einer Fußbodenheizung genommen. Dies mag zunächst verwunderlich erscheinen, denn Laminat weist einen recht hohen Wärmedurchlasswiderstand auf. Zudem benötigt es aufgrund seiner Härte meist eine zusätzliche, ebenfalls wärmeisolierende Trittschalldämmung, die die Fußbodenheizung bei der Erwärmung der Räume behindert. Praktisch an Laminat ist jedoch, dass sich der Fußbodenbelag oft mit bereits „integriertem“ Schallschutz kaufen und verlegen lässt. Hierbei kommen dann in der Regel PE-Schäume bzw. -Folien zum Einsatz, die Wärme sehr gut leiten und dennoch eine ausreichende Geräuschdämmung bieten.

  • Prinzipiell können Sie jeden Bodenbelag auf einer Fußbodenheizung verlegen. Bei Parkett ist es jedoch ratsam, schwund- und quellarme Hölzer zu wählen, etwa Eiche, Nussbaum oder Bambus. Diese können mit der Wärme der Fußbodenheizung besser arbeiten und verziehen sich weniger. Ebenfalls empfiehlt es sich, kein massives Parkett oder Stabparkett zu verlegen, sondern lieber Mosaikparkett zu wählen. Dieses kann nicht nur Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen besser ausgleichen, was die Fugenbildung reduziert, sondern weist auch einen geringeren Wärmedurchlasswiderstand auf, so dass die Heizung die Wärme besser durch den Boden in den Raum abgeben kann.

  • Möchten Sie auf alten Fliesen einen Korkboden installieren, so ist dies unabhängig von der Fußbodenheizung möglich. Bereiten Sie lediglich den Boden vor – säubern Sie ihn und gleichen Sie die Fugen mit Spachtelmasse aus – akklimatisieren Sie den Kork, indem Sie ihn 48 Stunden lang im Raum lagern, und verlegen Sie ihn im Anschluss. Tatsächlich harmoniert Kork als Bodenbelag mit einer Fußbodenheizung recht gut, denn im Gegensatz zu Steinfußböden fühlt sich Kork deutlich wärmer an, gerade an nackten Füßen. Achten Sie jedoch darauf, dass ein Korkfußboden bis zu einer bestimmten Dicke eine separate Trittschalldämmung benötigt. Die Fußbodenheizung sollte nicht noch stärker von dieser abgeschirmt werden, daher ist dünner PE-Schaum empfehlenswert. Ab einer Dicke von etwa 11 Millimetern verfügt Korkparkett bereits selbst über trittschalldämmende Eigenschaften.

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