Ratgeber Klimaanlage

Kühlleistung berechnen – so finden Sie die passende Klimaanlage

Eine Klimaanlage arbeitet dann am besten, wenn ihre Leistung dem Einsatzzweck entspricht: sie sollte nicht zu gering und nicht zu hoch sein. Erfahren Sie bei Buderus, wie Sie die nötige Kühlleistung berechnen, damit die Anlage optimal arbeitet.

Welche Leistung benötigt eine Klimaanlage?

Damit eine Klimaanlage Ihre Räume angemessen und gleichzeitig kostengünstig temperieren kann, benötigt sie eine auf verschiedene Gegebenheiten zugeschnittene Kühlleistung. Diese zu berechnen ist nicht immer leicht, denn viele Faktoren haben Einfluss darauf, wie leistungsstark das Gerät für ein optimales Ergebnis arbeiten muss. Dennoch ist eine korrekte Dimensionierung der Klimaanlage enorm wichtig: Ist die Leistung zu gering, werden Räume nur sehr langsam und eventuell nicht ausreichend klimatisiert. Zudem bedingt eine Arbeit an der Leistungsgrenze immer einen recht hohen Stromverbrauch. Geräte mit zu hoher Kühlleistung sind in der Regel weitaus teurer in der Anschaffung als es eigentlich notwendig wäre.
Wichtig: Die Kühllastberechnung sollte ausschließlich von einem Fachmann (Heizungsfirma oder Planungsbüro) nach der aktueller VDI 2078 ausgeführt werden.
Wichtige Faktoren dabei sind:

  • Raumgröße: hier geht es um das Raumvolumen, also die Quadratmeterzahl und die Deckenhöhe
  • Raumdämmung: bei schlecht gedämmten Wänden nimmt der Raum schneller Umgebungswärme wieder auf
  • Raumlage: Räume, die nach Süden ausgerichtet sind, werden aufgrund der Sonneneinstrahlung mehr Energie zur Kühlung benötigen
  • Raumnutzung: Personen und auch elektrische Geräte geben viel Wärme ab. Sollen Räume gekühlt werden, in denen sich häufig Personen aufhalten oder viel Abwärme entsteht (etwa Wohnzimmer oder Küche), benötigen diese mehr Kühlleistung als etwa Schlafzimmer

Was bedeutet BTU/h?

Neben oder anstelle der Wattangabe bei Klimaanlagen finden Sie eventuell auch die Einheit BTU bzw. BTU/h. BTU ist hierbei die Abkürzung für „British Thermal Unit“ und gibt an, wie viel Wärmeenergie benötigt wird, um ein Pfund Wasser (also etwa 454 Gramm) um ein Grad Fahrenheit zu erwärmen. Eine BTU/h entspricht dabei etwa 0,293 Watt, 1.000 BTU/h also 293 Watt. Über diese Umrechnung ist es möglich, die benötigte Kühlleistung gezielt zu berechnen.

Kühlleistung, Kühllast, Kälteleistung

In der Klimatechnik werden Sie hinsichtlich der Leistung mit unterschiedlichen Begriffen konfrontiert. Die wohl wichtigsten sind hierbei Kühl- und Kälteleistung sowie Kühllast.

  • Die Begriffe Kühl- und Kälteleistung werden in der Regel synonym verwendet und bezeichnen die Menge thermischer Energie, die das Gerät pro Zeiteinheit abführen kann.
  • Die Kühllast hingegen bezeichnet die Wärmelast, die aus einem Raum abzuführen ist, um einen bestimmten Raum- bzw. Raumluftzustand zu erreichen. Sie kann in äußere Kühllast (Außentemperatur, Strömungswärme, Strahlungswärme) sowie innere Kühllast (Wärmeabgabe durch Personen, Geräte und Nebenräume im Gebäude) unterteilt werden und stellt quasi den „Gegenspieler“ der Kühlleistung dar. Die Leistung muss also die anfallende Last bewältigen können (Kühlleistung ≥ Kühllast).

Wie wird die benötigte Kühlleistung pro Raum berechnet?

Möchten Sie die Kühlleistung bzw. Kälteleistung berechnen, die Ihr Klimagerät für die Temperierung eines Raumes benötigt, können Sie sich zunächst einmal an der Raumgröße orientieren. Für eine erste überschlägige Berechnung der Kühllast kann von einem Richtwert von 60 - 100 W/m² (abhängig von der zu erwartenden Raumlast) ausgegangen werden. Die Kühllast sollte jedoch von einem Fachmann (Installateur) berechnet werden.

Der genaue Einfluss auf die benötigte Leistung des Klimageräts richtet sich nach der Wand- und Dachfläche, der vorhandenen Dämmung, der weiteren Außenluftzufuhr und vielen weiteren Faktoren. Aus diesem Grund ist das Hinzuziehen von Faustformeln und Addieren von Richtwerten nicht mit der professionellen Berechnung durch den Klimatechniker zu vergleichen.

Wie berechne ich die Kühlleistung von Multisplit-Klimaanlagen?

Um bei einer Multisplit-Klimaanlage die erforderliche Kühlleistung zu berechnen, ist vor allem die Auslegung des Außengeräts wichtig, da dieses von mehreren Innenmodulen angesteuert wird. Auch hier können Sie sich an einer Faustformel orientieren. Addieren Sie die berechneten Kühlleistungen der einzelnen Inneneinheiten in sämtlichen klimatisierten Räumen und multiplizieren Sie die Summe anschließend mit dem Gleichzeitigkeitsfaktor 0,8 ( ein Erfahrungswert).

Haben Sie also drei Innengeräte mit einer Kühlleistung von 2 kW, sollten Sie das Außenmodul auf mindestens 4,8 kW auslegen (2 x 3 x 0,8 = 4,8). Der Gleichzeitigkeitsfaktor wird mit einberechnet, da nicht davon auszugehen ist, dass alle Inneneinheiten zeitgleich bei voller Leistung betrieben werden.

Wie kann ich den Stromverbrauch meiner Klimaanlage berechnen?

Möchten Sie den Stromverbrauch Ihrer Klimaanlage berechnen, ist die Kühlleistung nicht unbedingt der entscheidende Faktor. Viel wichtiger ist die elektrische Leistung bzw. Leistungsaufnahme des Geräts – diese wird ebenfalls in Watt angegeben. Jedoch arbeiten Klimageräte nicht gleich effizient, sodass zwei verschiedene Modelle mit gleicher Kühlleistung unterschiedlich viel Strom benötigen. Split-Anlagen sind in der Regel effizienter als Monoblock-Geräte. Um den (ungefähren) Stromverbrauch zu ermitteln, multiplizieren Sie die Leistungsaufnahme des Geräts mit den Betriebsstunden sowie dem Stromverbrauch. Der Betrieb eines Geräts mit einer elektrischen Leistung von 1 kW kostet bei 500 Betriebsstunden und einem Strompreis von etwa 30 Cent pro kWh jährlich rund 150 Euro. Erfahren Sie bei uns mehr zum Stromverbrauch von Klimaanlagen !

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Häufig gestellte Fragen zur Berechnung der Kühlleistung

  • Eine zu niedrig berechnete Kühlleistung bedingt, dass die Anlage den Raum entweder nicht effektiv kühlt oder aber permanent am Limit ihrer Leistung arbeiten muss, was einen hohen Stromverbrauch nach sich zieht. Eine zu hohe Kühlleistung geht meist mit einer von vornherein höheren Leistungsaufnahme einher, was ebenfalls mehr Energie verbraucht als nötig wäre. Zudem sind größere und leistungsstärkere Geräte in der Regel auch teurer in der Anschaffung und würden eine unnötige Mehrausgabe darstellen, wenn eine kleinere Klimaanlage ausreicht.

  • Verringern Sie die Kühllast Ihrer Räume, so muss die Klimaanlage weniger stark arbeiten, und Sie sparen Betriebskosten ein. Schon richtiges Lüften mit Durchzug in den kühleren Morgen- und Abendstunden erleichtert dem Klimagerät die Arbeit. Auch eine Abdunklung der Fenster durch Vorhänge oder Rollläden hilft dabei, die Hitze draußen zu halten. Ebenso generiert der Betrieb von Geräten Wärme, selbst im Standby. Schalten Sie Elektronik also am besten ganz ab, etwa über Verteilersteckdosen. Zudem sorgen Pflanzen in den Räumen, auf dem Dach oder an der Fassade dank Verdunstungskälte für ein angenehmeres Raumklima.

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Mit den Neuerungen zur Gebäudeförderung im Juli 2022 sollen verstärkt CO₂-Emissionen gemindert und der Energieverbrauch gesenkt werden.

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