Ratgeber Wärmepumpe

Was ist die EVU-Sperre und was bedeutet sie?

Die sogenannte EVU-Sperre bezeichnet die Sperrzeiten von Wärmepumpen, die einen günstigen Wärmepumpenstromtarif nutzen. Energieversorgungsunternehmen behalten sich in diesem Fall vor, das Heizsystem vom Netz zu trennen, um etwa den Stromverbrauch bei Spitzenzeiten besser zu regeln und das Netz zu stabilisieren. Die genaue Bedeutung der EVU-Sperre und wie Sie diese am besten in die Planung Ihrer Wärmepumpe einbeziehen, erklärt Ihnen Buderus!

Was ist der Wärmepumpenstromtarif und wieso gibt es Sperrzeiten?

Bei Wärmepumpentarifen handelt es sich um gesonderte Stromtarife, die in der Regel um etwa 10 Cent pro Kilowattstunde günstiger sind als gewöhnlicher Hausstrom. Möchten Sie diese Art Tarif in Anspruch nehmen, benötigen Sie lediglich einen separaten Stromzähler für Ihre Wärmepumpe. Hierbei haben Sie die Wahl zwischen einem Ein- und einem Doppeltarifzähler. Letzterer hat den Vorteil, dass Sie zusätzlich von weiteren Vergünstigungen profitieren können, etwa durch den Bezug von Nachtstrom oder in Zeiten einer geringen Netzlast.

Nutzen Sie einen günstigen Wärmepumpenstromtarif, so behält sich der Energieversorger das Recht einer EVU-Sperre vor. Diese Sperrzeiten existieren, um die Stromnetze bei hohem Bedarf zu entlasten und so die Stabilität des Systems sicherzustellen. Die Abschaltung durch die EVU-Sperre funktioniert über eine so genannte Rundsteuertechnik. Der Energieversorger nutzt sie zur Steuerung des Netzes, sie ist der Wärmepumpe vorgelagert. Empfängt diese bestimmte Impulsfolgen, welche die Netzspannung überlagern, so trennt sie den Verbraucher automatisch vom Netz.

Ihr Energieversorger ist allerdings nur berechtigt, Ihre Wärmepumpe maximal dreimal täglich für höchstens zwei Stunden am Stück abzuschalten. Darüber hinaus muss die Zeit zwischen zwei Heizpausen mindestens so lang sein wie die vorangegangene Sperrzeit. Für gewöhnlich erfolgt die Einschaltung der EVU-Sperre einmal morgens, mittags und abends, wenn die Belastung des Stromnetzes am höchsten ist.

Vor- und Nachteile eines Wärmepumpenstromtarifs

Vorteile Nachteile
  • Geringerer Strompreis pro Kilowattstunde, in der Regel etwa 30 Prozent günstiger als Hausstrom
  • Hohe Flexibilität durch zusätzliche Hoch- und Niedrigtarif-Teilung (z. B. Nachtstrom)
  • Separater Stromzähler und damit verbundene Gebühr vonnöten
  • Tarife unterliegen vertraglich geregelten Sperrzeiten (maximal 3 x 2 Stunden täglich)

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EVU-Sperre: So gehen Sie mit den Sperrzeiten um

Möchten Sie ein Auskühlen Ihrer Wohnräume oder das Fehlen von Warmwasser während der Sperrzeiten vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Um eine EVU-Sperre zu überbrücken, kommen in Neubauten zum Beispiel Fußbodenheizungen zum Einsatz. Die hohe Speichermasse des Fußbodenestrichs reicht meist aus, um eine Sperrzeit ohne Wärmeeinbußen zu überstehen. Eine weitere Option ist ein eigener Pufferspeicher. Dieser sollte allerdings je nach Wohnraum richtig dimensioniert sein, um genügend Reserven bereitzustellen. Wenn zu Beginn der Sperre kein oder nur ein geringes Temperaturniveau im Speicher vorhanden ist, kann es allerdings dennoch zu Abkühlungen kommen.

Bei einer Wärmepumpe mit Sperrzeiten muss außerdem ein sogenannter Sperrzeitfaktor berücksichtigt werden. Denn nach der Wiedereinschaltung gilt es nicht nur, das Haus erneut zu erwärmen, sondern ebenfalls die Speicher zu regenerieren. Der Faktor lässt sich über folgende Formel ermitteln:

Sperrzeitfaktor = 24h / (24h – Sperrzeit).

Bei einer dreimaligen Abschaltung für jeweils zwei Stunden ergibt sich ein Wert von 1,33, was bedeutet, dass die Wärmepumpe 33 Prozent mehr Leistung als die eigentliche Heizlast erbringen muss.

EVU-Sperre: Darauf müssen Sie beim Planen der Wärmepumpe achten

Möchten Sie Ihre Wärmepumpe mit günstigem Wärmepumpenstrom betreiben, so sollten Sie die EVU-Sperre bei der Planung berücksichtigen und die Leistung des Gerätes dementsprechend dimensionieren. Zwar hilft ein zusätzlicher Elektroheizstab, um auch bei unzureichender Hauptleistung genügend Wärme zu produzieren. Dieser benötigt allerdings mehr Energie als die eigentliche Pumpe, wodurch die Betriebskosten unnötig steigen. Neben den Sperrzeiten sollten Sie ebenfalls eine eventuelle Nachtabsenkung oder -abschaltung berücksichtigen. Erkundigen Sie sich daher beim Kauf einer Wärmepumpe immer beim Heizungsbauer oder Elektroinstallateur, ob all diese Faktoren in die Planung mit eingingen.

Wie kann ich die Sperrzeiten komplett umgehen?

Möchten Sie Ihre Wärmepumpe ohne Sperrzeiten betreiben, so können Sie keinen Wärmepumpenstromtarif nutzen, sondern müssen das Gerät mit normalen Hausstrom oder einer anderen Energiequelle betreiben. Die besonders günstigen Stromtarife sind an die EVU-Sperre gebunden, die dazu dient, die Netzlast auszugleichen. Die Sperrzeiten entschädigen die Energieversorgungsunternehmen mit einer Preisersparnis von etwa 10 Cent pro Kilowattstunde Strom im Vergleich zu herkömmlichem Haushaltsstrom. Außerdem können Sie auch von interessanten staatlichen Fördermitteln profitieren.

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Die häufigsten Fragen zur EVU-Sperre

  • Dass Sie Ihre Wärmepumpe nachts abschalten, ist für gewöhnlich nicht sinnvoll. Oftmals sind im Zusammenhang mit Wärmepumpen Flächenheizungen installiert. Die dafür nötigen großen Wassermengen müssen morgens wieder erneut aufgeheizt werden, und die Wohnung kühlt zu stark aus. Kosteneffizienter ist es, die Anlage nachts mit reduzierter Leistung zu fahren anstelle sie abzuschalten.

  • Eine EVU-Sperre kann Ihre Wärmepumpe nicht beschädigen, da nicht das gesamte Gerät auf einmal abgeschaltet wird. Lediglich der Verdichter und andere Aggregate zur Wärmeerzeugung gehen vom Netz. Die Regelung des Gerätes sowie die Umwälzpumpe werden weiterhin mit Strom versorgt.

  • Schaltet sich die EVU-Sperre Ihrer Wärmepumpe nicht mehr ab, kann dies verschiedene Ursachen haben. Eventuell liegt ein Problem mit dem Rundsteuerempfänger oder dem Relais, welches die Sperrzeiten steuert, vor. Auch Kabelbrüche können dazu führen, dass die Sperre aktiv bleibt. Nicht zuletzt ist es ebenfalls möglich, dass ein Schaden an der Steuerung der Wärmepumpe selbst vorliegt. Als erste Maßnahmen, um das Problem einer dauerhaften EVU-Sperre selbst zu beheben, bietet sich eine Kontrolle der Sicherungen, der Rundsteuertechnik sowie ein Reset der Wärmepumpe an. Sollte dies keinen Erfolg bringen, kontaktieren Sie Ihren Energieversorger oder einen Fachmann, der komplexere technische Defekte am Gerät erkennt und reparieren kann.

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