Anlagenkennlinie: Wissen, Theorie und Praxis für die Heizungsplanung

Anlagenkennlinie: Wissen, Theorie und Praxis für die Heizungsplanung

 

Die Anlagenkennlinie gibt für jedes individuelle System die charakteristischen Werte für das Verhältnis von Volumenstrom und Druckverlust an. Je höher der Volumenstrom in einem System, desto mehr Leistung ist notwendig, um den erwünschten Durchsatz zu erreichen.

In einem Heizsystem ist die Anlagenkennlinie gleich der Rohrnetzkennlinie. Druckverluste entstehen durch die Rohrlänge und den Rohrdurchmesser, durch Armaturen und Formstücke, angeschlossene und durchflossene Aggregate und den Reibungswiderstand an den Oberflächen der Anlage.

Die Anlagenkennlinie ist die Grundlage für die Bestimmung der optimalen Auslegung von Pumpen, Ventilatoren und anderen Geräten, die einen Volumenstrom durch die entsprechende Anlage erzeugen: Für den Kreislauf des Heizwassers, die Kühlung von Anlagen oder Räumen. Das Hauptziel der Auslegung ist dabei der maximale Wirkungsgrad des Gesamtsystems.

 

Den Arbeitspunkt bestimmen

Die Pumpenkennlinie von Kolbenpumpen, Kreiselpumpen und anderen Bauarten gibt an, welcher Druck bei welchem Volumen bewegter Flüssigkeit erreicht werden kann. Am Prüfstand lässt sich die spezifische Pumpenkennlinie ermitteln. Um eine Anlage mit Pumpen, Ventilatoren, Ventilen und anderen Geräten mit maximalem Wirkungsgrad auszulegen, wird bei der Auslegung der Betriebspunkt bestimmt. Das ist der Punkt, an dem sich die Anlagenkennlinie mit der Gerätekennlinie schneidet. Dieser Wert gibt an, welchen Luftdurchsatz ein Gebläse oder welche Förderhöhe eine konkrete Umwälzpumpe im gegebenen System erreichen würde. So wählt der Fachplaner die optimale Lösung für das betreffende System.

 

Variable Anlagenkennlinie und elektronisch geregelte Pumpen

Die Anlagenkennlinie ist von der Durchflussmenge abhängig. In fast jedem Heizsystem dienen Thermostatventile zur individuellen Temperaturregelung. Dadurch kann die Durchflussmenge in kurzer Zeit stark variieren. Die Anlagenkennlinie ist nicht statisch.

Diese Unterschiede kann eine elektronisch geregelte Umwälzpumpe mit Konstantdruckregelung ausgleichen. Die Pumpenkennlinie ist drehzahlabhängig. So lassen sich durch Drosslung der Drehzahl unerwünschte Geräusche durch hohe Drücke verhindern. Bei geringen Durchflussmengen spart die elektronisch geregelte Pumpe viel Energie. Für Anlagen ab 25 kW Leistung ist diese Funktion vorgeschrieben.

 


 

Ventilatorkennlinie und Lüfterkennlinie

Die Lüfterkennlinie gibt analog zur Pumpe an, welche Druckerhöhung für die Erzeugung eines Luftstroms in einem zu kühlenden Gerät oder Raum benötigt wird. Ähnlich zum Heizkreislauf lässt sich damit die optimale Ausstattung für die aktive Kühlung berechnen.

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