Eine noch funktionsfähige Ölheizung auszutauschen, ist nicht immer sinnvoll – sei es wegen der hohen Heizlast in einem Altbau oder wegen der höheren Investitionskosten für moderne EE-Heizsysteme . Einen wirtschaftlichen Mittelweg bietet die Öl-Hybridheizung: Dadurch erweitern Sie Ihre Ölheizung zu einem hybrid arbeitenden System mit erneuerbaren Energien. Buderus stellt Ihnen die Technik vor.
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Was ist eine Öl-Hybridheizung?
Bei einer Öl-Hybridheizung kombiniert man einen Ölkessel oder eine Öl-Brennwertheizung mit einem regenerativen System, zum Beispiel mit einer Wärmepumpe oder Solarenergie . Das Heizsystem, das erneuerbare Energien nutzt, wird dabei favorisiert, denn es ist weitaus umweltfreundlicher und günstiger im Betrieb. Kann der regenerative Energieträger den Heizbedarf des jeweiligen Gebäudes nicht mehr allein decken, schaltet sich die Ölheizung hinzu und stellt die fehlende Wärmeenergie bereit.
Wie funktioniert die Ölheizung als Hybrid mit anderen Wärmeerzeugern?
Damit eine Ölheizung mit anderen angeschlossenen Komponenten gemeinsam die Wärmebereitstellung leisten kann, ist ein Bindeglied nötig. Dieses zentrale Bindeglied in Hybridheizungen sind für gewöhnlich Pufferspeicher – im Grunde sind das große Wassertanks. Sie nehmen die thermische Energie auf, die jedes System produziert, und geben sie bei Bedarf an das Heizwasser oder die Warmwasserabnehmer ab. Zusätzlich erfüllen sie die Funktion einer sogenannten hydraulischen Weiche, die es möglich macht, verschiedene Wärmeerzeuger unkompliziert miteinander zu kombinieren. Auch nachträglich ist das noch möglich: So können Sie zum Beispiel erst einmal einen Heizungstyp mit Speicher installieren und weitere Wärmeerzeuger später hinzufügen.
Es gibt allerdings auch hybride Heizsysteme, die keinen Pufferspeicher benötigen: Das sind Heizsysteme mit Buderus Hybrid-Exzellenz. Aufgrund ihrer speziellen Bauweise und intelligenten Regelungstechnik mit dem Hybridmanager HM200 sind sie systemisch so abgestimmt, dass sie ohne Pufferspeicher auskommen. Die intelligente Steuerung stellt sicher, dass die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Einbindung von mindestens 65 % erneuerbaren Energien dabei erfüllt werden. Das vereinfacht nicht nur die Installation, sondern macht diese Systeme auch für die Nachrüstung in Bestandsgebäuden attraktiv, da bestehende Verrohrungen und Heizkörper weiter nutzbar sind. Ein Beispiel ist der Logano plus KB195i . Der effiziente Öl-Brennwertkessel kann mit einer Wärmepumpe erweitert und schließlich mit einem E-Heizer auf vollelektrischen Betrieb umgerüstet werden – er dient dann als monoenergetische Wärmepumpen-Inneneinheit.
Mit welchen erneuerbaren Energien lässt sich eine Öl-Hybridheizung kombinieren?
Mit welcher Art regenerativer Energie Sie Ihre Ölheizung ergänzen, ist Ihnen nahezu beliebig überlassen. Durch den Aufbau der Anlagen mit Wärmespeicher bzw. den Hybridmanager HM200 lässt sich prinzipiell jedes System effizient in Kombination nutzen. Daher entscheiden Sie entsprechend Ihrer persönlichen Vorlieben, wenn Sie etwa die Ursprünglichkeit einer Holzheizung bevorzugen, oder wenn Sie Solartechnologie sehr ertragreich umsetzen können:
- Hybridheizung aus Öl und Solar: Die klassische Variante ist die Einbindung von Solarthermieanlagen in das hybride Heizsystem. Die Solarkollektoren bündeln die Sonneneinstrahlung und entziehen ihr über Wärmetauscher Heizenergie, die dann für das Heizen oder die Warmwasserbereitung eingesetzt wird. Von Frühjahr bis Herbst kann das regenerative System (je nach Dimensionierung) auch den gesamten Heizbedarf oder die Warmwasserbereitung abdecken, zu Spitzenlasten oder im Winter wird es von der Ölheizung unterstützt.
- Öl-Hybridheizung mit Wärmepumpe:Zwar stellen Wärmepumpen selbst ein äußerst effizientes Heizsystem dar, in einigen Fällen ist es jedoch sinnvoll, sie in Kombination mit einer Ölheizung zu betreiben. Im Winter arbeiten Luft-Wasser-Wärmepumpen weniger effizient, da die genutzte Wärmequelle – die Luft – eine sehr niedrige Temperatur weit unter 0 °C haben kann. Dann unterstützt der fossile Brennstoff das regenerative System, was an besonders kalten Tagen letztendlich kostengünstiger ist. Das gilt insbesondere für Gebäude, in denen die Dämmung schwach ist und veraltete Heizkörper vorhanden sind. Eine bestehende Ölheizung als Hybridlösung zusammen mit nachhaltigen Heizsystemen zu verwenden, bietet in solchen Fällen eine wirtschaftliche Alternative.
- Öl-Hybridheizung mit Holz: Viele Menschen favorisieren die Ursprünglichkeit des Heizens mit Holz. Wasserführende Kamin - oder Pelletöfen , die an das zentrale Heizsystem angeschlossen sind, decken hier den Hauptwärmebedarf. Die Ölheizung ist lediglich ein Backup-System zu Spitzenlastzeiten.
- Power to Heat: Auch mit Elektroheizstäben können Sie den Pufferspeicher erwärmen. Öl-Hybridheizungen mit Photovoltaik nutzen dazu selbst erzeugten Strom aus einer PV-Anlage , was gleich aus zweierlei Gründen sinnvoll ist. Erstens: Sie verbrauchen mehr von Ihrem selbst erzeugten Solarstrom. Der Eigenverbrauch dieser elektrischen Energie ist weitaus wirtschaftlicher als die Einspeisung ins Stromnetz, da die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung mittlerweile sehr niedrig ist. Zweitens: Sie verbrauchen in einem solchen Szenario deutlich weniger an fossilen Brennstoffen, was nicht nur dem Klima, sondern auch dem Geldbeutel zugutekommt.
Selbstverständlich können Sie in einer Hybridlösung mit Ölheizung auch mehrere regenerative Energien nutzen. Denkbar wäre eine Öl-Hybridheizung mit Solarthermie und Wärmepumpe. Die beiden Umweltwärme-Technologien decken dann die Hauptlast und die Warmwasserbereitung ab – die Ölheizung unterstützt die Heizanlage lediglich bei Bedarf.
In welchen Fällen lohnt sich die Öl-Hybridheizung?
Konventionelles Heizöl in einer Hybridheizung mit einem regenerativen System zu kombinieren, hat verschiedene Vorteile. Gerade, wenn Sie eine noch nicht veraltete Ölheizung betreiben und Ihr Gebäude zunächst umfassend saniert werden müsste, damit eine Wärmepumpe mit maximaler Effizienz laufen kann, ist zunächst eine Erweiterung sinnvoll. Ein schrittweiser Umstieg, bei dem Sie Ihre Ölheizung als Hybridlösung zusammen mit einer Wärmepumpe, einer Solaranlage oder anderen regenerativen Systemen nutzen, ist dann weitaus wirtschaftlicher.
Alternativ können Sie Ihren bestehenden Öl-Brennwertkessel gegen einen Green-Fuels-Ready-Öl-Brennwert-Wärmeerzeuger von Buderus austauschen – beispielsweise den Logano plus KB195i oder den Logano plus GB125 . So heizen Sie heute zunächst weiter mit konventionellem, fossilem Heizöl; sobald die Voraussetzungen dafür geschaffen sind, betreiben Sie Ihre Ölheizung dann ausschließlich mit Bio-Brennstoffen. Hier gilt es, abzuwägen, welche Option in Ihrer jeweiligen Situation am besten passt.
Zusammengefasst sind die Vorteile einer Öl-Hybridheizung folgende:
- Bestehende Technik ist weiter nutzbar.
- Eine Ölheizung mit Hybrid-Exzellenz von Buderus ermöglicht Ihnen den schrittweisen Umstieg auf komplett regenerative Heizsysteme in Ihrem eigenen Tempo und immer passend zu Ihrer Lebenssituation.
- Einsparung von Heizkosten durch Favorisierung regenerativer Systeme.
- Verringerung der Umweltbelastung durch reduzierten Bedarf an fossilen Brennstoffen.
- Geringere Abhängigkeit von endlichen, im Preis schwankenden/steigenden Energiequellen (Heizöl).
- Sichere Versorgung auch bei Spitzenlasten.
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Was kostet eine Öl-Hybridheizung?
Die Kosten für eine Öl-Hybridheizung mit Solar, Wärmepumpe oder Pelletheizung richten sich immer nach dem gewünschten System, der Heizlast des Gebäudes sowie weiteren energetischen Faktoren.
- Die Kosten für einen neuen Öl-Brennwertkessel bewegen sich zwischen 7.000 und 11.000 € (Kauf und Installation).
- In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus fallen für Solarthermie zur Ergänzung zusätzlich noch etwa 7.000 bis 12.000 € an.
- Bei einer Wärmepumpe sind es in der günstigsten Variante etwa 10.000 €, in der teuersten, aber effektivsten bis zu 18.000 €. Der Preis hängt jeweils von der Leistungsgröße ab.
- Auch eine Pelletheizung bewegt sich kostentechnisch ungefähr zwischen 11.000 und 18.000 €.
Hierbei handelt es sich nur um Richtwerte für ein standardisiertes Referenzgebäude. Wichtig für die Einordnung der Preise ist auch, dass Fördermöglichkeiten hier nicht berücksichtigt sind. Im Falle der Wärmepumpe etwa sind bis zu 70 Prozent Förderung möglich. Lassen Sie sich darum am besten von einem Heiztechniker beraten.
Werden Öl-Hybridheizungen gefördert?
Für Öl-Hybridheizungen können Sie eine anteilige staatliche Förderung gemäß der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten. Warum „anteilig“? Die Förderung beschränkt sich ausschließlich auf das regenerative Heizsystem in einer solchen Hybridheizung. Zur genaueren Erläuterung:
- Wenn Sie eine bestehende Ölheizung haben, können Sie eine zugekaufte regenerative Komponente – etwa eine Wärmepumpe oder Solarthermieanlage – separat als Einzelmaßnahme fördern lassen.
- Wenn Sie ein neues Hybridsystem erwerben, beispielsweise bestehend aus einer Öl-Brennwertheizung und einer Wärmepumpe, ist eine Förderung möglich, sofern die Anlage mindestens zu 65 % erneuerbare Energien nutzt. Die Förderung bezieht sich auch in diesem Fall ausschließlich auf die Komponenten, die erneuerbare Energien nutzen.
In jedem Fall gilt: Die konventionellen fossilen Anlagenteile wie ein neuer Ölkessel oder eine Öl-Brennwertheizung werden nicht bezuschusst. In unserem Ratgeber lesen Sie detailliertere Informationen zur staatlichen Förderung von Wärmepumpen .
Langfristig sollten Sie den kompletten Umstieg auf eine reine EE-Heizung planen, da fossile Heizungen ab 2045 nicht mehr betrieben werden dürfen. Mit einem Wärmepumpen-Hybridsystem mit Buderus Hybrid-Exzellenz schaffen Sie die optimalen Voraussetzungen dafür: Sie heizen schon heute zu mindestens 65 % mit regenerativen Energien und sind bereit für den schrittweisen Umstieg auf das ausschließliche Heizen mit erneuerbaren Energien. Alternativ lassen Sie Ihre alte Ölheizung direkt vollständig austauschen und wechseln zu einer EE-Hybridheizung . Dadurch profitieren Sie von der vollen BEG-Förderung mit bis zu 70 Prozent Zuschuss zu den gesamten Kosten Ihrer neuen Anlage.
Welche Alternativen gibt es zur Öl-Hybridheizung?
Sinnvoll ist eine Öl-Hybridheizung, wenn in Ihrem Bestandsgebäude bereits ein effizientes Öl-Brennwertgerät installiert ist und Sie es um eine regenerative Komponente ergänzen. Allerdings ist es selbst im Altbau häufig möglich, eine umweltfreundliche Wärmepumpe kostengünstig zu betreiben. Ein Energieexperte kann Ihr Haus analysieren und eine fundierte Einschätzung dazu abgeben. Mitunter genügen schon vergleichsweise kleine Anpassungen wie ein Austausch der alten Heizkörper, um beispielsweise den effizienten Betrieb einer leicht zu installierenden Luft-Wasser-Wärmepumpe sicherzustellen.
In gut gedämmten Neubauten hingegen sind Wärmepumpen beziehungsweise EE-Hybridheizungen die erste Wahl. Wärmepumpen nutzen die Luft, das Grundwasser oder Erdwärme als Energiequelle und erreichen mit Jahresarbeitszahlen zwischen 3 und 5 (das entspricht Wirkungsgraden von 300 bis 500 %) die höchsten Effizienzwerte. Auch eine zukunftsfähige Gas-Hybridheizung (besonders in Verbindung mit Solarthermie) sowie eine Brennstoffzellenheizung können je nach Wohnsituation gute Optionen sein. Allerdings erhalten Sie für rein erneuerbare Systeme eine höhere staatliche Förderung. In jedem Fall lohnt es sich, die jeweiligen Anschaffungs- sowie Erschließungskosten mit den (laufenden) Kosten einer Öl-Hybridheizung zu vergleichen, um das optimale Heizsystem für Ihr Zuhause auszuwählen.
Häufig gestellte Fragen zur Öl-Hybridheizung
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Nein. Möchten Sie Fördermittel für die Hybridisierung Ihrer bestehenden Ölheizung beantragen, spielt deren Alter keine Rolle. Der Zuschuss bezieht sich ohnehin lediglich auf die erneuerbaren Energieträger, die Sie zusätzlich installieren, für Ölheizungen selbst gibt es keine Förderung. Bedenken Sie allerdings, dass alte und ineffiziente Konstanttemperaturkessel, die bereits mehr als 30 Jahre in Betrieb sind, ausgetauscht werden müssen. Niedertemperatur- und moderne Brennwertkessel sind von dieser Austauschpflicht hingegen nicht betroffen, ebenso Heizanlagen, die nicht für die Beheizung des Wohnraums vorgesehen sind, sondern etwa nur für die Warmwasserbereitung oder das Heizen von Abstellräumen.
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Seit 2024 gilt in Deutschland das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) , das vorschreibt, dass neu installierte Heizsysteme zu mindestens 65 % auf erneuerbaren Energien basieren müssen. Die genaue Auslegung der regenerativen Komponente einer Öl-Hybridheizung hängt von verschiedenen weiteren Faktoren ab, etwa dem energetischen Zustand des Gebäudes und den individuellen Heizanforderungen. Eine sorgfältige Planung und Abstimmung des Systems durch Ihren Fachbetrieb sind daher entscheidend.
Beliebte Optionen sind beispielsweise:
- Solarthermie: Häufig genutzt zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung. In gut geplanten Systemen kann Solarthermie im Sommer die Heizlast vollständig übernehmen.
- Wärmepumpen: In Neubauten oder gut gedämmten Altbauten sehr effizient. Sie können in Kombination mit einer Ölheizung als Spitzenlastkessel betrieben werden. Wärmepumpen arbeiten optimal bei niedrigen Vorlauftemperaturen und angepassten Heizkörpern.
- Holzöfen oder Pelletheizungen: Diese können als zusätzliche regenerative Komponente dienen und bieten eine CO₂-neutrale Wärmequelle.