Hotel Traube REstaurant

54 Gründe für niedrige Energiekosten

Ein Wellness- und Geschäftshotel am Bodensee setzt auf solare Umweltwärme und moderne Gas-Brennwerttechnik

„Vier Dutzend Solarkollektoren, drei Pufferspeicher, zwei Frischwasserstationen, ein Gas-Brennwertkessel“ – es klingt fast wie ein Countdown, wenn Andreas Eckle vom neuen Heizsystem des „Hotel Traube am See“ in Friedrichshafen berichtet. Einen gewissen Stolz kann er dabei nicht verbergen, schließlich hat der Buderus Außendienstmitarbeiter gemeinsam mit Fabian Seibt, dem Geschäftsführer der ausführenden Fendt Haustechnik GmbH, ein umfangreiches Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht. 48 Solarkollektoren auf dem Dach des Wellness- und Geschäftshotels am Bodensee sind auch für den erfahrenen Außendienstmitarbeiter von Buderus nicht alltäglich. Sie erzeugen umweltfreundlich Wärme und spielen dabei mit der zentralen Komponente des zukunftssicheren Heizsystems zusammen, einem modernen Gas-Brennwertkessel Logano plus KB372 – zusammen mit den Speichern und Frischwasserstationen sind das 54 Gründe für maximale Effizienz bei minimalen Energiekosten.

 

Außenansicht Hotel Traube

Abbildung: Das Hotel Traube am See in Friedrichshafen Bild: Hotel Traube am See

 

Heiztechnik mit eingebauter Effizienz

Mit den beiden unterirdisch verbundenen Gebäuden „Stammhaus“ und dem 2019 fertiggestellten „Haus Seeblick“, drei Seminarräumen sowie neun Zimmerkategorien spricht das Vier-Sterne-Hotel sowohl Erholungssuchende als auch Tagungsgäste an. Zur Ausstattung gehören Spa- und Wellnessbereich mit Saunalandschaft, Hallenbad mit 100 Quadratmeter Poolfläche, Fitnessbereich sowie Restaurant und Lobbybar. Dass auch die Wärme- und Warmwasserversorgung den hohen Ansprüchen genügt und dabei zugleich der Wirtschaftlichkeit Rechnung getragen wird, war Geschäftsführer Uwe Felix wichtig, als er den Auftrag für die Heiztechnik des Neubaus erteilt hat: „Die Energiekosten sind in einem Hotel ein sehr großer Faktor. Da war es uns wichtig, dass wir ein Heizsystem bekommen, welches die Effizienz mitbringt“, sagt Uwe Felix. Mit der Heiztechnik des Systemexperten Buderus ist das sichergestellt: Der Gas-Brennwertkessel Logano plus KB372 mit 250 kW Leistung und die 48 Solarkollektoren Logasol SKR 10 CPC tragen zu niedrigen laufenden Kosten bei höchstem Heiz- und Warmwasserkomfort bei. Zwei Frischwasserstationen Logalux FS 80/3 und drei Pufferspeicher mit je 1500 Litern Inhalt vervollständigen die Technik im Heizraum des „Haus Seeblick“. Jede Komponente spielt im System ihre Stärken aus.

 

Hydraulik des Heizsystems im Hotel Traube am See in Friedrichshafen

Abbildung: Hydraulik des Heizsystems im Hotel Traube am See in Friedrichshafen Bild: Fendt Haustechnik

 

Von der Sonne in den Speicher

So versorgen die 48 Solarkollektoren die drei Pufferspeicher mit kostenloser Wärme aus Sonnenenergie. Die Vakuumröhrenkollektoren eignen sich für die kombinierte solare Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung und erzielen auch bei wenig Lichteinstrahlung einen hohen Energieertrag. Die Methode ist so einfach wie bewährt: Die Sonnenstrahlen geben ihre Wärme an ein Solarfluid ab, das durch die Kollektoren fließt. Eine Umwälzpumpe transportiert die Flüssigkeit durch die Rohrleitungen zu den Pufferspeichern, in denen ein Wärmetauscher die Wärme auf das Trinkwasser überträgt. Mit ihrer Vakuumdämmung arbeiten die aus Borosilicatglas gefertigten Röhren besonders effizient – das Prinzip ist dem einer Thermoskanne nachempfunden: Der durch die Gasmoleküle der Luft bedingte Wärmetransport wird durch das Vakuum reduziert. Zwei ineinandergeschobene Glasröhren sind

an den Enden miteinander verschmolzen, speziell geformte Spiegel hinter den Röhren fangen die Sonnenstrahlen ein und reflektieren sie auf den Absorber. „Das Licht wird durch die CPC-Spiegel von allen Seiten absorbiert, auch bei bewölktem Himmel wird dann noch Wärme erzeugt“, erklärt Andreas Eckle. Diffuses Streulicht ist so besser nutzbar. Der Absorber befindet sich innerhalb des Vakuums auf der inneren Glasröhre, so ist er vor Witterungseinflüssen geschützt. Das angrenzende Wärmeleitprofil ist mit dem Rohrregister verbunden und überträgt die gewonnene Wärme an das Solarfluid.

Ein vormontiertes Modul enthält sechs Vakuumröhren und hat eine Bruttofläche von 1,22 Quadratmetern. Es lässt sich, je nach Wärmebedarf, flexibel zu Kollektorfeldern unterschiedlicher Größe kombinieren und auf den jeweiligen Dachtyp anpassen. „In Summe haben wir mit den 48 Solarkollektoren eine Gesamt-Bruttokollektorfläche von knapp 59 Quadratmetern auf dem Flachdach“, sagt Fabian Seibt, „damit kann das Hotel einen Großteil des Wärmebedarfs für den Neubau decken.“ Das macht sich auch für die Umwelt bezahlt: Eine Solarkollektorfläche von sechs Quadratmetern vermeidet bis zu 1000 Kilogramm CO2 pro Jahr – beim Hotel Traube am See entspricht das einer jährlichen Ersparnis von rund 9800 Kilogramm CO2.

Logasol SKR 10 CPC

Abbildung: Die auf dem Flachdach installierten Solarkollektoren Logasol SKR 10 CPC bringen auch bei wenig Lichteinstrahlung einen hohen Energieertrag.

Logasol SKR 10 CPC Detail Logasol SKR 10 CPC Detail 2

Abbildungen : Die einzelnen Solarkollektoren Logasol SKR 10 CPC werden über vorkonfektionierte hydraulische Verbindungselemente gekoppelt, der Fachmann kann auf Schrauben und Muttern verzichten.

 

Gas-Brennwert für alle Fälle

Als zentrale Heizsystemkomponente hatten Andreas Eckle und Fabian Seibt einen Gas-Brennwertkessel Logano plus KB372 eingeplant. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Solarwärme den aktuellen Wärmebedarf nicht mehr decken kann. Dann versorgt er je nach Bedarf Schwimmbadtechnik, Heizkörper, Fußbodenheizung und die Pufferspeicher mit Wärme. Er erzielt mit seinem Hochleistungs-Aluminiumguss-Wärmetauscher einen 30-Prozent-Teillastwirkungsgrad von bis zu 98 Prozent, die Vorlauftemperatur beträgt bis zu 95 Grad. Für Andreas Eckle gab es weitere Gründe, weshalb dieser Wärmeerzeuger optimal für dieses Projekt war: „Der Kessel hat einen sehr großen Modulationsbereich von 1:6, was besonders wichtig ist zwischen Sommer, Übergangszeit und Winter. Und was den Logano plus KB372 ebenso auszeichnet: Er hat einen sehr geringen wasserseitigen Widerstand.“ Dieser liegt bei nur 50 mbar bei Delta T15K. Das hat den Vorteil, dass der Fachhandwerker lediglich Vor- und Rücklauf an den Heizkessel anschließen muss, eine hydraulische Weiche ist in der Regel nicht nötig.

 

Für die Wahl des Aufstellortes war es von Vorteil, dass der Logano plus KB372 auch in der 250-Kilowatt-Variante nur wenig Platz braucht, wie Andreas Eckle betont: „Wir haben hier einen kompakten, leichten Kessel, der sehr gut einbringbar ist. Die Aufstellfläche beträgt für diese Leistungsgröße des Logano plus KB372 nur 0,9 Quadratmeter, dadurch konnten wir im Heizraum den Platz optimal nutzen.“ Der Gas-Brennwertkessel eignet sich deshalb nicht nur für Neubauten wie beim Hotel Traube am See, sondern auch gut für Modernisierungen, bei denen es die Fachhandwerker oft mit beengten Einbausituationen zu tun haben. Bei der Einbringung und Montage kam dem Fachbetrieb die X-förmige Rahmenkonstruktion zugute. Der Brenner und die Befestigungstraversen für die Kesselverkleidung ließen sich für den Transport demontieren.

Gas-Brennwertkessel Logano plus KB372

Abbildung: Der Gas-Brennwertkessel Logano plus KB372 passt dank seiner kompakten Bauweise auch in kleinere Heizräume. Seine Leistung passt er dank des großen Modulationbereichs von 1:6 an jede Wärmeanforderung an.  

 

Dank seiner hydraulischen Robustheit ist der Logano plus KB372 schnell in jedes Heizsystem integrierbar. Ein flexibles Kesselkonzept mit vorab wählbaren Ausführungen ermöglicht einen großen Freiheitsgrad bei der Planung und Installation. Praktisch für den Heizungsservice ist der serienmäßige Brennerschlitten. Ist dieser in Wartungsposition, kann der Heizungsfachmann den Gas-Vormischbrenner bequem erreichen. Aufgrund der guten Bauteilzugänglichkeit von vorne ist auch die Reinigung des Wärmetauschers komfortabel möglich.

Vervollständigt wird das System durch die beiden Frischwasserstationen Logalux FS 80/3. Sie erhitzen das Trinkwasser im Durchlaufprinzip, eine besonders hygienische Art der Trinkwassererwärmung. Versorgt werden diese ebenfalls über die Pufferspeicher.

 

Fazit

Gas-Brennwerttechnik und Solarthermie sind für das Hotel eine wirtschaftliche und zugleich umweltschonende Kombination. Die Solarkollektoren senken die jährlichen CO2-Emissionen um rund 9800 Kilogramm. Auch der Logano plus KB372 leistet dank seiner effizienten Brennwerttechnik und seines stromsparenden Betriebes einen wichtigen Beitrag zu niedrigen Emissionen und geringeren Energiekosten. „Mit dem neuen System zeigen wir, dass wir effizient mit den Ressourcen umgehen möchten und dabei trotzdem auf höchste Zuverlässigkeit setzen“, fasst Uwe Felix zusammen. Das ist mit der Investition in das zukunftssichere Heizsystem gelungen.

Uwe Felix, Geschäftsführer Hotel Traube am See Fabian Seibt, Geschäftsführer Fendt Haustechnik GmbH, und Andreas Eckle, Buderus Vertrieb Außendienst

Abbildungen: Zufrieden mit dem neuen Heizsystems des Hotels: Uwe Felix, Geschäftsführer Hotel Traube am See (oben), Fabian Seibt, Geschäftsführer Fendt Haustechnik GmbH, und Andreas Eckle, Buderus Vertrieb Außendienst, Niederlassung Ravensburg (von links).

 

(September 2020)

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