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Heizwert und Brennwert – Definition und Bedeutung

 

Die Begriffe Heizwert und Brennwert beschreiben beide den Energiegehalt von bestimmten Stoffen und geben somit Aufschluss über die Effizienz von Energieträgern. Dabei beziehen sie sich jedoch auf unterschiedliche Nutzungsarten. Erfahren Sie mehr dazu bei Buderus.

 

Was sind Heizwert und Brennwert?

Mann mit Smartphone auf der Couch

Sowohl Heizwert als auch Brennwert sind Stoffkonstanten, über die der spezifische Energiegehalt von Brennstoffen angegeben wird. Die Angaben sind bei beiden Werten allerdings lediglich theoretisch, da kein Umwandlungsprozess von Energie verlustfrei abläuft.

Heizwert:
Als „Grundwert“ gilt hierbei der Heizwert (früher „unterer Heizwert“ genannt), der die maximal nutzbare Wärmemenge angibt, die in Heizgeräten bei der Verbrennung frei wird. Der Heizwert bezieht sich dabei auf die trockene Verbrennung, je nach genutztem Brennstoff ist er dabei unterschiedlich groß.

Brennwert:
Der Brennwert (früher „oberer Heizwert“) berücksichtigt hingegen auch die Abgase, die während des Verbrennungsprozesses entstehen, und gibt an, welche Wärmemenge gewonnen werden kann, wenn die Verbrennungsgase abgekühlt und deren Kondensationswärme auch genutzt wird. Der Brennwert eines Stoffes ist daher immer höher als sein Heizwert, da der Brennwert gleich dem Heizwert plus der Kondensationswärme ist. Bei Heizungen, die mit Brennwert-Technologie arbeiten können, ist der Brennwert auch der wichtigere Wert zum Abschätzen des Wirkungsgrads.

 

 

Infografik zum Vergleich von Heizwert- und Brennwerttechnik

 


 

Wichtigste Merkmale zu Heizwert und Brennwert

 

Heizwert Brennwert
  • beschreibt lediglich die Wärmemenge des Brennstoffs
  • Energie der Abluft wird nicht berücksichtigt
  • Konstant- und Niedertemperaturkessel nutzen nur den Heizwert von Stoffen, die heißen Abgase entweichen ohne Kondensation aus dem System
  • beschreibt die gesamte Wärmeenergie eines Brennstoffs inklusive der in den Abgasen enthaltenen Kondensationswärme
  • Brennwertkessel und -thermen nutzen die gesamte Wärme des Stoffes, indem sie die Abgase zusätzlich bis zur Kondensation durch Wärmetauscher führen

 

Umrechnung von Heizwert und Brennwert

Infokasten

Sie können aus dem Heizwert eines Stoffes ganz einfach seinen Brennwert berechnen, wenn Sie den Umrechnungsfaktor des Energieträgers kennen. Dieser beläuft sich für:

  • Heizöl auf 1,06
  • Erdgas auf 1,11
  • Flüssiggas auf 1,09
  • Holz auf 1,08

Multiplizieren Sie den Heizwert des Brennstoffs einfach mit dem entsprechenden Faktor, und schon erhalten Sie seinen theoretischen Brennwert. Möchten Sie aus dem Brennwert den Heizwert ermitteln, müssen Sie den höheren Wert einfach durch den Faktor dividieren.

Beispiel:
Heizwertumrechnung in den Brennwert (bei Erdgas):
Heizwert (Gas) x Umrechnungsfaktor (Gas) = Brennwert (Gas)
1.098 kWh x 1,11 = 1.218,78 kWh


Brennwertumrechnung in den Heizwert (bei Holz)
Brennwert (Holz) / Umrechnungsfaktor (Holz) = Heizwert (Holz)
23,44 kWh / 1,08 = 21,70 kWh

 

 

Was ist der Brennwert eines Brennstoffs?

 

Neben dem eigentlichen Heizwert wird beim Brennwert eines Stoffes auch die Energie berücksichtigt, die aus den Abgasen gewonnen werden kann. Moderne Brennwertkessel kühlen das Verbrennungsgas im Wärmetauscher so weit nach unten, dass es kondensiert. Die entzogene Wärme wird dann ebenfalls in den Heizkreislauf eingespeist. Folglich ist der Brennwert von Gas, Öl oder Holz höher als der einfache Heizwert dieser Brennstoffe, und somit übersteigt auch der Nutzungsgrad der Brennwert-Technik den von herkömmlichen Heizkesseln.

 

Heizwert und Brennwert verschiedener Brennstoffe in MJ/kg

 

Brennstoff Heizwert Brennwert

Holzpellets

18,0

20,0

Heizöl S 42,0 43,1
Erdgas L 38,3 42,4
Erdgas H 47,3 52,3

 

Die höheren Werte beim Brennwert im Vergleich zum Heizwert erklären sich beispielsweise bei Gasheizungen so: Brennwertheizungen nutzen die Kondensationswärme des im Abgas vorhandenen Wasserdampfes. Kurz gesagt: Brennwert = Heizwert + Kondensationswärme

Lohnen sich Brennwertkessel?

Paar auf der Couch

Brennwertkessel erzeugen bei gleichem Brennstoffverbrauch mehr Wärme zum Heizen und zur Warmwasserbereitung und sparen Ihnen so jede Menge Heizkosten ein. Allerdings sind die Geräte in der Anschaffung etwas teurer. Darüber hinaus müssen aufgrund der Kondensation des in den Abgasen enthaltenen Wassers eine Abflussleitung verlegt sowie Anpassungen an den Abgasschächten vorgenommen werden. Dennoch lohnt sich die Mehrinvestition, da sich die zusätzlichen Kosten in der Regel durch den günstigen Betrieb schon nach wenigen Jahren amortisieren. Heizwertkessel dürfen übrigens aufgrund der ErP-Richtlinien (Energy related products) seit 2015 nicht mehr verkauft werden:
Neue Heizsysteme müssen mindestens die Effizienz von Brennwertgeräten haben. Neue raumluftunabhängige Heizwertgeräte dürfen dann nicht mehr verkauft und installiert werden. Ausnahme: Raumluftabhängige Geräte im Rahmen der Mehrfachbelegung.

  • als Kombigerät mit bis zu 30 kW Leistung
  • als Heiztherme mit bis zu 10 kW Leistung


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Heizwert: Was bedeutet er im Alltag?

 

Der Heizwert berücksichtigt lediglich die Wärmeenergie von Stoffen, die bei der Verbrennung genutzt werden kann, ohne dass der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf kondensiert. Verbraucher können sich daran orientieren, wenn sie beispielsweise den Kauf einer neuen Heizung mit einer bestimmten Energiequelle in Erwägung ziehen, um Heizkosten und Einsparpotenziale abzuschätzen. Da der Heizwert von Gas, Holz, Öl oder Kohle je nach Qualität des Brennstoffs Schwankungen unterliegt und auch die Heizungstechnologie insgesamt eine wichtige Rolle hinsichtlich der Energieausbeute spielt, reicht das Wissen um den Heizwert jedoch nicht wirklich aus, um eine wirklich sinnvolle Entscheidung bei der Wahl des Brennstoffs zu treffen. Zudem wird auch bei der Abrechnung der Brennstoffpreise von Energieversorgern immer der Brennwert, nicht der Heizwert, hinzugezogen, der mit den verbrauchten Kubikmetern (Gas) oder Kilogramm (Öl) verrechnet wird. Dabei ist es unerheblich, ob Ihre Heizung die Brennwert-Technologie auch wirklich nutzt oder nicht.

 

 

 

Gasheizung – Produkte im Überblick

Die häufigsten Fragen zu Heizwert und Brennwert

Was ist teurer? Heizwert- oder Brennwert-Heizsystem?

Reguläre Heizwertgeräte werden seit 2015 nicht mehr verkauft (Ausnahme: Mehrfachbelegung), Brennwertheizungen sind momentan die preiswertesten Heizungen, die erhältlich sind. Dank ihrer Effizienz sind sie zudem auch noch überaus sparsam.

Sind die bei Brennwertgeräten angegebenen Wirkungsgrade von über 100 Prozent überhaupt möglich?

Aus technischer Sicht: nein, die Angabe ist natürlich unsinnig und unmöglich. Trotzdem finden Sie oftmals bei modernen Brennwertheizungen eine Wirkungsgradangabe von über 100 Prozent. Der Wert ergibt sich lediglich, weil bei der Darstellung der Heizwert, nicht der Brennwert, als Bezugsgröße herangezogen wird. In diesem Bezugssystem käme ein typischer Gas-Niedrigtemperaturkessel auf einen Nutzungsgrad von etwa 93 Prozent, ein Gas-Brennwertgerät auf 107 Prozent. Würde hier der Brennwert als Bezugsgröße angesetzt werden, beliefe sich der Wirkungsgrad desselben Niedrigtemperaturkessels auf rund 84 Prozent, der des Brennwertkessels auf 96 Prozent.

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