Fachbeiträge

Im Neubau punktet Umweltwärme

Wer mit seinem neuen Einfamilienhaus aktuelle Energie-Standards erreichen will, kann auf flexibel erweiterbare Wärmepumpen-Heizsysteme setzen.

 

Bauherren müssen mit ihrem neuen Einfamilienhaus Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Darüber hinaus lassen sich für eine bessere Energieeffizienz, mehr Wohnkomfort und Fördermittel auf Wunsch noch höhere Gebäudestandards anstreben, etwa KfW55, KfW40 oder sogar KfW40+. Wer einen dieser Effizienzhaus-Standards erreichen möchte, muss zunächst zwar mehr investieren, profitiert danach aber von geringeren Betriebskosten.

Eine entscheidende Rolle, um alle diese Anforderungen und Wünsche im Neubau unter einen Hut zu bringen, spielen moderne Heiz- und Lüftungssysteme. Bauherren können dabei auf flexibel erweiterbare Systeme für ihr neues Einfamilienhaus setzen. Zum Beispiel auf ein Wärmepumpensystem, das sich an die Wünsche des Hauseigentümers und an die gesetzlichen Anforderungen anpassen lässt – drei mögliche Ausbaustufen werden vorgestellt.

 

Basissystem: Warm mit Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann der Grundpfeiler eines modernen, modularen Heizsystems sein. Solche Geräte bestehen aus einer Wärmepumpen-Außeneinheit und einer Hydraulik-Inneneinheit, die über wasserführende, gedämmte Leitungen miteinander verbunden sind. Dabei kann eine Wärmepumpeneinheit für die Innen- oder Außenaufstellung gewählt werden. Die Wärmepumpe nutzt die Wärme aus der Umgebungsluft für die Gebäudebeheizung und Trinkwassererwärmung – das funktioniert selbst bei Außentemperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius. Ein Vorteil ist, dass fünf Hydraulikeinheiten mit vielen integrierten Komponenten zur Verfügung stehen. Das bietet größtmöglichen Komfort und spart gleichzeitig Platz und Montagezeit.

 

Zwei weitere wichtige Komponenten ergänzen dieses Basissystem: ein Warmwasserspeicher, der das über einen Wärmetauscher erhitzte Trinkwasser bevorratet sowie eine Fußbodenheizung, die sich in Verbindung mit der Wärmepumpe ideal zum Heizen und Kühlen im Neubau eignet. Der Fachhandwerker spart Zeit, wenn sich ein solches Flächenheizsystem gut verlegen lässt – hierfür gibt es Noppensysteme, bei denen die Rohre sauber und komfortabel zwischen den Noppen fixiert werden. Das ist wahlweise axial oder diagonal möglich und funktioniert im Neubau mit allen gängigen Estricharten.

 

Ausbaustufe 1: Automatisch Frischluft

Bauherren, die noch mehr Komfort wünschen, fahren mit einer Erweiterung des Basissystems um eine kontrollierte Wohnungslüftung gut. Solche Wohnungslüftungsgeräte sorgen automatisch für frische Luft im Gebäude und gewinnen bei Bedarf noch Wärme aus der Abluft zurück. Sie arbeiten leise und lassen sich auch per App steuern. Eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung kann so ein ergänzender Systembaustein sein kann, um Anforderungen der EnEV und des angepeilten KfW-Standards zu erreichen. Während im Altbau die Installation einer kontrollierten Wohnungslüftung aufwändiger ausfallen kann, lassen sich im Neubau benötigte Luftkanäle von Beginn an einplanen. Bei der Installation kommen passende Luftverteilsysteme zum Einsatz: Flach- oder Rundkanäle sowie abgestimmte Kompaktverteiler lassen sich im Fußbodenaufbau, in, auf oder unter der Decke montieren.

 

 

 

Ausbaustufe 2: Der eigene Strom

Mehr Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen verspricht ein Photovoltaiksystem. Werden Photovoltaikmodule installiert, lassen sich die Wärmepumpe und Elektrogeräte im Haus mit dem Strom vom Dach versorgen. Weil die Einspeisevergütung für selbst erzeugten Strom immer weiter sinkt, erhält der Eigenverbrauch einen immer höheren Stellenwert. Wird dieses System um einen Batteriespeicher ergänzt, erhöht sich der Eigenverbrauchsanteil weiter. Denn mitten am Tag, wenn die Sonne stark und im effektivsten Winkel scheint, ist oft niemand zu Hause. Abends und morgens hingegen, wenn der Bedarf am größten ist, ist der selbst erzeugte Strom oft nicht verfügbar – ein Batteriespeicher stellt den eigenproduzierten Strom dann bereit. Die wichtigsten Komponenten einer Photovoltaikanlage sind die PV-Module und der Wechselrichter. Es gibt unterschiedliche Modultypen, Bauherren erhalten vom Fachhandwerker oder Planer alle wichtigen Infos dazu, beispielsweise zu den unterschiedlichen Leistungen und zum Wirkungsgrad.

 

 

 

Ausbaustufe 3: Heizungssteuerung im Smart Home

Für maximalen Bedienkomfort und flexible Steuerung der Haustechnik lässt sich das Heizsystem in einer dritten Stufe in ein Smart Home-System integrieren. Die Wärmepumpe wird dann mit einem Smart Home Controller vernetzt. Mit passenden Raumheizkörperthermostaten können Bewohner die Temperatur einzelner Räume regeln und so Energie sparen. Optional lassen sich in ein solches Smart Home-System auch Rauchmelder, Türkontakte, Rollladen und viele weitere Komponenten integrieren und bedarfsgerecht steuern. Dann sind Szenarien einstellbar, beispielsweise, dass das Raum- oder Heizkörperthermostat die Temperatur anpasst, wenn eine Tür oder ein Fenster als offen erkannt wird.

Ist das Heizsystem ans Internet angebunden und der Hausbesitzer gibt seinem Heizungsfachmann Zugriff darauf – den der Anlagenbetreiber jederzeit wieder entziehen kann – hat das Vorteile für Service und Wartung. Der Fachmann kann das System aus der Ferne prüfen und Störungen unter Umständen sogar beheben, ohne vor Ort zu sein. Ist dennoch ein Vor-Ort-Termin nötig, hat der Installateur dank Online-Zugriff bereits alle wichtigen Infos vorliegen und kann eventuell benötigte Ersatzteile direkt mitbringen – das spart Zeit und Nerven.

 

 

 

Fazit

Für das neue Einfamilienhaus gibt es modulare Systeme, die sich je nach Wunsch und finanziellen Möglichkeiten des Bauherrn an Energieeffizienz, Komfort und Regelungsmöglichkeiten flexibel und zeitlich nach und nach erweitern lassen. Der KfW55-Standard ist mit effizienter Wärmepumpentechnik erreichbar, Warmwasserspeicher und Fußbodenheizung tragen zu einem hohen Warmwasser- und Heizkomfort bei. Ein großer Vorteil für Service und Wartung kann zudem die Online-Anbindung des Heizsystems sein: Der Heizungsinstallateur kann so kleinere Störungen auch aus der Ferne beheben.

 

(August 2020)

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