MFH Bruchköbel

 

Gemischtes Doppel


Eine Wärmepumpe und ein Gas-Brennwertkessel von Buderus ergeben ein nicht alltägliches, energiesparendes Heizsystem eines Mehrfamilienhauses in Hessen.


Wenn der Bauherr zugleich der Planer ist, werden bei der technischen Gebäudeausrüstung keine Kompromisse gemacht: Das Heizsystem muss in Sachen Zuverlässigkeit und Effizienz höchsten Ansprüchen genügen. So auch im Main-Kinzig-Kreis in Hessen, wo Bernhard Ruth ein Mehrfamilienhaus mit Heiztechnik des Systemexperten Buderus errichten ließ. Als Inhaber und Geschäftsführer des Ingenieurbüros Freudl & Ruth GmbH & Co. KG planen er und sein Team sämtliche Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung und übernehmen die Bauleitung. Die Mitarbeiter beraten rund um Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und zur Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination. Dementsprechend hat Bernhard Ruth beim Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten selbst planerisch Hand angelegt und die Anforderungen definiert. Unterstützt haben dabei Buderus und Kamo – eine gelungene Kooperation der beiden Unternehmen von Beginn an.

Das Gebäude in Bruchköbel mit einer Wohnfläche von rund 1.000 Quadratmetern sollte mit energiesparender, teils regenerativer Heiztechnik ausgestattet werden und dadurch die Vorgaben der EnEV und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes erfüllen. Die zu deckende Heizlast beträgt 27 Kilowatt. Eine zuverlässige, hygienisch einwandfreie Warmwasserbereitstellung für jede der zehn Wohneinheiten zählte ebenfalls zu den Ansprüchen an den Neubau.

Das System
Installiert wurden ein wandhängendes Gas-Brennwertgerät Logamax plus GB192i mit 35 Kilowatt Leistung. Außerdem eine innen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe Logatherm WLW196i-14 IRE mit 16 Kilowatt Leistung. Ein Pufferspeicher in Sonderausführung mit 1500 Liter Fassungsvermögen gibt die erzeugte Wärme bedarfsgerecht ab. Die Heizungswärme wird über Fußbodenheizungen mit einer Auslegungstemperatur von 38/35 Grad Celsius in den Wohnungen verteilt. Zehn Etagenstationen des Herstellers Kamo wurden in den Abstellräumen der Wohnungen installiert und stellen den Bewohnern Warmwasser mit bis zu 55 Grad Celsius bereit. Um die Installation des Heizsystems hat sich die Heinrich Struve GmbH gekümmert, ein SHK-Fachbetrieb aus Hanau. Geschäftsführerin Dagmar Struve zeigte sich zufrieden:

„Buderus liefert alle Komponenten aus einer Hand, man kann sich deshalb darauf verlassen, dass diese im System optimal aufeinander abgestimmt sind und effizient zusammenarbeiten.“ Beim Einbringen der Heiztechnikkomponenten waren die kompakten Außenmaße des Buderus Gas-Brennwertgeräts und der Wärmepumpe von Vorteil: Sie ließen sich dadurch gut in den Technikraum transportieren und auf dem begrenzten Platz installieren. Das relativ geringe Gewicht tat sein Übriges: Die Geräte bringen nur 48 Kilogramm (Gas-Brennwertgerät) beziehungsweise 193 Kilogramm (Luft-Wärmepumpe) auf die Waage.


Aufeinander eingespielt
Die Logatherm WLW196i-14 IRE besteht aus einer Inneneinheit und einer innen aufgestellten Wärmepumpeneinheit. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die in der Außenluft enthaltene Energie. Über ein Gebläse wird die Luft angesaugt und die Energie an ein Kältemittel in einem Wärmetauscher (Verdampfer) abgegeben. Hausbesitzer Bernhard Ruth nutzt so kostenlos verfügbare Umweltwärme. Damit ist er auch im Winter auf der sicheren Seite: Die Wärmepumpe arbeitet noch bei Außentemperaturen von bis zu -20 Grad Celsius. Mit einem COP von 4,03 (Coefficient of Performance/Leistungszahl, nach EN14511) erzielt sie aus einer Einheit eingesetzten Stroms 4,03 Einheiten Wärme beziehungsweise Kälte im Sommer. Die maximale Vorlauftemperatur beträgt 62 Grad Celsius. Bei der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz wird die Logatherm WLW196i-14 IRE mit A++ eingestuft. Die Bewohner bekommen vom laufenden Betrieb nichts mit, denn die Luft-Wasser-Wärmepumpe arbeitet mit einem maximalen Schalldruckpegel von 46 db(A) in einem Meter Abstand. Die Frischluftzufuhr erfolgt über einen in die Außenanlagen integrierten Lichtschacht mit getrennter Zu- und Abluftführung. Regeln lässt sich die Wärmepumpe über die integrierte Systembedieneinheit Logamatic HMC300, umfangreiche Funktionen wie Funktionstests, Monitor- und Statusinfos, Anlagenüberwachung, Stör- und Wartungsmeldungen lassen für den Fachmann keine Wünsche offen. Über die Systembedieneinheit können bis zu vier Heizkreise mit Mischermodul Logamatic MM100 eingebunden werden.

 

Inneneinheit der Wärmepumpe

Abbildung 1: Über einen Luftkanal saugt die innenaufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe Logatherm WLW196i-14 IRE über ein Gebläse Außenluft an und gibt die Energie an ein Kältemittel in einem Wärmetauscher ab.

 

Das wandhängende Gas-Brennwertgerät Logamax plus GB192i mit einer jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz von bis zu 94 Prozent kommt vorrangig zur Spitzenlastabdeckung zum Einsatz. „Das ist der Fall, wenn im Mehrfamilienhaus plötzlich viel Heizwärme und Warmwasser benötigt wird, beispielsweise morgens oder abends im Winter“, sagt Martin Klar, Technischer Berater im Außendienst der Buderus Niederlassung Frankfurt. In Verbindung mit dem Pufferspeicher ist so ein zuverlässiger Heiz- und Warmwasserkomfort für die Bewohner sichergestellt. Im Regelsystem Logamatic EMS plus laufen alle relevanten Informationen aus den Wärmeerzeugern, dem Warmwasserspeicher und den beheizten Räumen zusammen.

Das Regelsystem passt auf der Basis des aktuellen Wärmebedarfs die Leistung des Wärmeerzeugers individuell an – der vollvormischende Flächenbrenner des Logamax plus GB192i arbeitet im Leistungsbereich von 10 bis 100 Prozent modulierend. Das Regelsystem schaltet das Gerät ab, wenn keine Heizleistung benötigt wird, im Stand-by-Betrieb wird weniger als zwei Watt Strom verbraucht. Durch den geringen Gas- und Stromverbrauch und eine A+ Energieeffizienz hat der Logamax plus GB192i einen geringen CO2-Ausstoß. Die ALU plus Technologie des Wärmetauschers reduziert Ablagerungen von Schmutz und Verbrennungsrückständen, das trägt zu einer schnellen Reinigung und Wartung bei. „Sowohl Gas-Brennwertgerät als auch Wärmepumpe lassen sich gut warten. Die Geräte sind so aufgebaut, dass der Heizungsfachmann eine gute Zugänglichkeit zu allen Bauteilen hat“, erklärt Martin Klar.

 

Regelung

Abbildung 2: Bei geöffneter Frontklappe der Wärmepumpen-Inneneinheit wird die Systembedieneinheit Logamatic HMC300 für den Fachmann zugänglich

 

Auf Wunsch auch online
Das Gebäude erfüllt mit seiner modernen Heiztechnik die Anforderungen des Standards „KfW55“ und weist im Energieausweis den besten Energiebedarf „A+“ aus. Auch in Sachen Heizungsfernsteuerung sind Bernhard Ruth und der Heizungsfachbetrieb mit dem neuen System auf der sicheren Seite: Dank serienmäßig integrierter IP-Schnittstelle lassen sich der Logamax plus GB192i oder die Logatherm WLW196i-14 IRE an einen handelsüblichen Router anschließen. Das Heizsystem kann dann beispielsweise über die Buderus Apps und das Webportal Buderus Control Center Connect bedient werden. Wird das System vom Anlagenbetreiber für den Heizungsfachmann freigegeben, kann dieser eventuelle Anlagenstörungen aus der Ferne prüfen und kleinere Anpassungen direkt vornehmen. Oder er erhält über das Buderus Control Center ConnectPRO detaillierte Informationen über die Anlage und weiß dadurch bereits, welche Ersatzteile er vor Ort benötigt.

 

(August 2020)

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