Konkurrenz für Kerle

Angela Schütte mit einem Buderus Mitarbeiter

Früher war die Heizungsbranche eine Männerdomäne. Doch das ändert sich zusehends – bedingt auch durch technische Innovationen und wachsende digitale Möglichkeiten. „Die rasante Entwicklung in der Heizungsbranche und der Wandel der damit verbundenen Arbeit ist für mich als gelernte Installateur- und Heizungsbauermeisterin natürlich ein wichtiges Thema“, sagt Angela Schütte, Außendienstmitarbeiterin bei Buderus in der Niederlassung Düsseldorf. „So unterschiedlich die Heiztechniken in den vergangenen Jahrzehnten auch waren, können wir heute durch ein großes Portfolio an Wärmeerzeugern unterschiedlichste Lösungen für jedes Gebäude anbieten.“

In den 1980er Jahren sahen die handwerklichen Arbeiten an der Anlage noch ganz anders aus. Muskelkraft und der Einsatz von aus heutiger Sicht antiquierten Arbeitsmitteln wurde durch innovative Technologien und neue handwerkliche Verfahren erleichtert. Flachheizkörper ersetzen beispielsweise heute die schweren Gussradiatoren. Während man früher Rohrleitungen durch Gewindeschneiden, Löten oder Schweißen verband, nutzt man jetzt größtenteils Press-Formstücke und Pressmaschinen.

 

„In der Ausbildung zur Anlagenmechanikerin SHK habe ich einen Schweißschein gemacht und dadurch gelernt, wie handwerklich und körperlich aufwändig eine Anlageninstallation war. Wenn ich mit meinem Vater, Meister im Bereich Heizung und Sanitär, über die Unterschiede der Meisterprüfung Anfang der 1990er Jahre und heute spreche, dann wird deutlich, dass sich die Schwerpunkte verschieben“, so Angela Schütte.

 

Weniger körperlich schwere Tätigkeiten

 

Damals wurden Meisterschüler fast nur in handwerklichen Fertigkeiten bewertet. Für Arbeitsproben mussten sie funktionsfähige Anlagen durch Schweißen und Biegen herstellen, Prüfer legten das Augenmerk auf Maßhaltigkeit und Dichtigkeit. Heute verlangt die Praxisprüfung, eine Anlage an einem Computer mit einem CAD-Programm zu planen, Geräte zu warten und eine Regelung zu verdrahten. Angela Schütte: „Eine gewaltige Veränderung, die aber die Aus- und Weiterbildung vor allem für Frauen attraktiver gemacht hat. Der Anteil körperlich schwerer Arbeiten im Beruf des Installateurs ist stark zurückgegangen.“

 

Die Einführung der Brennwerttechnik „war eine der ersten großen Veränderungen in der Heiztechnik. Während meiner Ausbildung war ich häufig dabei, als Niedertemperaturkessel durch ein Brennwertgerät ersetzt wurden“, betont die Fachfrau. Neue Geräte sind nicht nur effizienter, sondern auch kleiner und leichter. Weil sie somit in den Wohnbereich passen, spielt auch das Design inzwischen eine wichtige Rolle.

 

Heute ist Digitalisierung fester Bestandteil der Heizungsbranche, Buderus setzt hier auf innovative Systemlösungen. Die Wärmeerzeuger verfügen inzwischen über eine IP-Schnittstelle, die Anlagenbetreibern und Heizungsfachfirmen von überall den sicheren Zugriff ermöglichen. Über ein Smartphone oder Tablet lässt sich der Betrieb darstellen und steuern. Durch die automatisierte Anlagenregelung sinken Energiekosten und Wartungsaufwand, und es ist immer für ein perfektes Wohlfühlklima gesorgt.

 

„Im Zuge der Dekarbonisierung wählen wir nicht mehr nur zwischen fossilen Brennstoffen, denn auch bei der Gebäudebeheizung steigt die Bedeutung regenerativer Energien, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren“, so Angela Schütte. In vielen modernen Anlagen findet die Wärmepumpe ihren Platz. Immer wichtiger wird es, Wärmequellen wie Erdwärme oder Wärme aus Luft und Wasser zu nutzen. „Und auch die Brennstoffzelle wird in Zukunft noch eine tragende Rolle spielen.“

 

Gute Chancen für Frauen in der Branche

 

Angela Schütte: „Wie man sieht, sind die Möglichkeiten heute umfangreicher als je zuvor. Heizungsfirmen müssen sich mit den unterschiedlichsten Systemen auskennen. Dadurch ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Hersteller unumgänglich. In Zukunft sind weitere spannende Forschungsergebnisse und Produktinnovationen in der Heizungsbranche zu erwarten. Für Frauen ist dies eine Chance, hier weiter Fuß zu fassen und diesen vielfältigen Beruf mit Entwicklungsperspektive auszuüben.“

 

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